200 Särge im Meer

23. Februar 2021 18:34; Akt: 23.02.2021 18:37 Print

Camoglis Bürger warnten vor Rissen

Im italienischen Küstenort Camogli suchen Einsatzkräfte weiterhin nach vermissten Särgen. Derweil wird Kritik an der Lokalregierung laut.

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Der Erdrutsch riss Hunderte Särge ins Meer.

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Im italienischen Küstenort Camogli, in dem bei einem Erdrutsch 200 Särge ins Meer gespült wurden, dauerten die Bergungsarbeiten am Dienstag an. Am frühen Nachmittag war erst ein Bruchteil der Särge geborgen, wie italienische Medien berichten. Rettungskräfte hätten erst fünf der 200 verschwundenen Leichen identifiziert. Das Hafenmeisterbüro versuche gleichzeitig, das Abtreiben der Leichen ins offene Meer zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft hat derweil ein Verfahren eingeleitet. Staatsanwalt Fabrizio Givri ermittelt wegen Fahrlässigkeit gegen Unbekannt. Wie verschiedene Lokalmedien berichten, steht der Verdacht im Raum, dass die Behörden Warnungen aus der Bevölkerung zu «Rissen und Zeichen» ignoriert haben. Ein Portal berichtet zudem darüber, dass bei einer nahegelegenen Baustelle Presslufthammer eingesetzt worden seien, die den Erdrutsch ausgelöst haben könnten.

Personen fragen nach Verwandten

Gleichzeitig kommt auch Kritik an der politischen Führung der Region Ligurien auf. In einem öffentlichen Brief weisen Mitglieder verschiedener kommunistischer Gruppen darauf hin, dass Giovanni Toti, der Regierungschef aus der Mitte-Rechts-Partei Cambiamo!, versucht habe, Naturschutzgebiete an der Mittelmeerküste aufzulösen und damit erosionsbedingte Schäden wie den Erdrutsch in Kauf genommen habe.

Francesco Olivari, der Bürgermeister von Camogli, hat angekündigt, einen psychologischen Betreuungsdienst für Familien einzurichten, die die Überreste ihrer Verwandten verloren haben. Ab Mittwoch soll sich eine Telefon-Hotline um die Anliegen der Betroffenen kümmern. Am Dienstag sollen sich mehrere Personen vor der Gemeinde versammelt haben, um nach dem Verbleib ihrer Verwandten zu fragen.

(L'essentiel/nsa)

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