Gefälschte Interviews

05. Oktober 2021 08:30; Akt: 05.10.2021 08:50 Print

CBD-​​Händler fakte Werbung mit Clint Eastwood

Ein Gericht hat Eastwood wegen unerlaubter Werbung, die ein litauischer CBD-Verkäufer mit ihm betrieb, sechs Millionen Dollar zugesprochen.

storybild

Clint Eastwood wurde Opfer einer gefakten Werbekampagne für CBD-Produkte. (Bild: DPA/Peter Foley)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Vorstellung ist bizarr: der knallharte Ermittler Dirty Harry, in der Filmreihe dargestellt von Clint Eastwood, der für CBD-Gras wirbt. Doch genau das hat eine litauische Firma namens Mediatonas UAB getan – natürlich ohne den Hollywood-Superstar Clint Eastwood (91) um Erlaubnis zu fragen. In gefakten Interviews, die auf diversen Websites als Werbung erschienen, soll Eastwood die heilende Wirkung des Hanfs angepriesen haben. Angeblich habe er seine Filmkarriere beendet, um sich fortan dem Vertrieb von cannabidiolhaltigen Produkten zu widmen: Diese Aufgabe ermögliche es ihm, «etwas Größeres als Filme» zu schaffen, auch wenn die Entscheidung dafür «sehr, sehr schwierig» gewesen sei.

In die Werbung, die ein Bild Eastwoods aus seinem Auftritt in der «Today»-Show auf NBC enthielt, wurden auch falsche Testimonials anderer Prominenter wie «Back to the Future»-Star Michael J. Fox oder Country-Sänger Garth Brooks integriert.

6,1 Millionen Dollar Schadenersatz

Als Eastwoods Umfeld auf die imageschädliche Fake-Kampagne aufmerksam wurde, fackelte der Haudegen nicht lange und drohte dem baltischen Unternehmen mit einer Klage. Als Mediatonas nicht reagierte, zerrte Eastwood die Firma vor Gericht. «Mein Mandant wird nicht tatenlos zusehen, wie die Angeklagten seinen guten Namen benutzen, um Kunden zum Kauf von Produkten zu verleiten, mit denen er nichts zu tun hat», hatte Eastwoods Anwalt Nolan Heimann gegenüber dem Magazin «Deadline» angegeben.

Nun bekam Eastwood recht: Das Unternehmen wurde dazu verurteilt, ihm 6,1 Millionen Dollar Schadenersatz sowie 95.000 Dollar Anwaltskosten auszulegen. Ob diese Summe allerdings jemals bezahlt wird, ist mehr als fraglich: Das Unternehmen Mediatonas ist laut litauischen Medien in Liquidation und nicht mehr geschäftlich tätig. Zudem müsste ein litauisches Gericht die Ansprüche als rechtlich bindend werten.

(L'essentiel/trx)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.