Zoo Dortmund

25. Februar 2020 09:28; Akt: 25.02.2020 09:32 Print

Darum hält Nashorn Willi hier den Kopf hin

Nichtsahnend tollt Nashornbaby Willi durch das Gehege im Dortmunder Zoo, da trifft ihn eine Ladung Kot am Kopf. Es dient der Kommunikation.

Aus Sicht von Menschen ist das Gebaren der Nashörner eklig. (Video: Zoo Dortmund/Petra Tüch)

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Die Aufnahmen aus dem Dortmunder Zoo verstören im ersten Moment. Das auf Facebook geteilte Video zeigt, wie Breitmaulnashornweibchen Shakina ihrem erst acht Monate alten Sohn Willi auf den Kopf kotet, wovon dieser noch nicht einmal groß irritiert zu sein scheint. Er springt zwar etwas überrascht zur Seite, kehrt aber augenblicklich zurück und stupst seine Schnauze mehrfach in den Kot seines Mamis.

Tatsächlich handelt es sich bei dem, was Petra Tüch gefilmt hat, um einen ganz normalen Vorgang im Reich der Dickhäuter, wie Marcel «Der Zoolotse» Stawinoga zu dem Beitrag schreibt: «Nashörner nutzen feste Kotplätze, die von mehreren Individuen genutzt werden.»

Kommunizieren mit Kot ...

Über den Kot würden die Tiere miteinander kommunizieren und so wichtige Informationen «wie Geschlecht, Alter und Paarungsbereitschaft, die andere Nashörner dann riechend aufnehmen», vermitteln. In gewisser Weise sei es eine Art Plakatsäule oder Facebook-Newsfeed.

Obwohl erst acht Monate alt, beteilige sich auch der kleine Willi bereits rege am Austausch durch Fäkalien, wie Stawinoga weiter schreibt. Er schnüffle häufig intensiv an Kot. «Oft steckt er seine ganze Nase in einen Haufen und schiebt den Dung dann durch die Gegend.» Das sei ein absolut natürliches Verhalten.

... und Urin

Gerade für Nashornbullen seien die Kotplätze wichtig, führt der Experte weiter aus. Mit ihrer Hilfe markierten sie etwa die Grenzen ihres Reviers. Die Einhaltung dieser ist für die Männchen von großer Bedeutung. Sie sind – anders als die Nashornkühe – Einzelgänger und dulden keine anderen ausgewachsenen Bullen.

Auch Urin spielt im Leben von Nashörnern eine relevante Rolle. Oft beschrittene Wege markieren die Tiere durch Verspritzen ihres Harns. Etwa alle 100 Meter setzen sie einige Tröpfchen ab. Wie das Koten ist auch das Wasserlassen ritualisiert: Zunächst werden Boden oder Sträucher aufgekratzt und die Spuren mehrmals angespritzt. Dies jedoch nur in ihrem Territorium.

(L'essentiel/fee)

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