Wissen, was gut ist

03. November 2020 14:59; Akt: 03.11.2020 15:03 Print

Darum sind Möwen so heiß auf unser Essen

Wer am Meer oder See Essen in der Hand hält, muss sich vorsehen – zumindest wenn Möwen in der Nähe sind. Denn die haben Pizza, Pommes und Co. genauso gerne wie wir.

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Es ist nicht nur Hunger, der Möwen auf die Leckereien in unserer Hand stürzen lässt. Denn die Seevögel wissen ganz genau, was gut ist, wie Forscher der britischen University of Exeter vor einiger Zeit im Fachjournal Royal Society Open Science schrieben.

Auch auf die Frage, woher die Vögel diese Kenntnis haben, fand das Team um Ökologin Laura A. Kelley eine Antwort: Weil sie es sich bei uns abgeschaut haben. Konkret scheinen sie genau zu beobachten, welche Nahrungsmittel wir Menschen berühren. Frei nach dem Motto: Mag es der Mensch, kann es auch für uns nicht verkehrt sein.

«Unsere Studie zeigt, dass Möwen sich Nahrung vor allem dann nähern, wenn sie gesehen haben, dass Menschen sie fallen gelassen oder abgelegt haben», so Kelley. Das verdeutliche einmal mehr, «wie wichtig es ist, Lebensmittelabfälle richtig zu entsorgen, da die versehentliche Fütterung von Möwen diese Assoziationen noch verstärkt.»

Zwei Tricks, um Möwen fernzuhalten

Ein anderes Team der University of Exeter hatte bereits im Sommer 2019 berichtet, dass man sich die dauerhungrigen Möwen allein mit Blicken vom Leib halten kann. Sprich: Nähert sich ein Vogel, sollte man ihn anschauen.

Doch was, wenn die Möwe schon ihren Platz gefunden hat, aber man selbst mit etwas zu Essen in der Hand auf sie zuläuft und sie damit in Versuchung bringt? Auch dann sollte man versuchen, Blickkontakt aufzubauen, heißt es in der neusten Arbeit der Briten. Denn es ist nicht die bloße Annäherung oder das Kopfzuwenden, welche die Vögel in die Flucht treibt, sondern das Wissen, beobachtet zu werden. So flogen die Vögel deutlich später weg, wenn der Kopf der Forscher beim Näherkommen von ihnen abgewendet war. Am schnellsten waren sie weg, wenn man sie an- und ihnen in die Augen schaute.

Dies unabhängig vom Alter der Tiere, wie die Forschenden schreiben: Junge Möwen reagierten genauso wahrscheinlich auf die Blickrichtung des Menschen wie ältere Vögel, was darauf hindeutet, dass sie mit dieser Tendenz geboren werden oder sie schnell lernen.

Medizinische Gründe für Distanz

Wie wichtig ein gewisser Abstand zwischen Möwen und Menschen ist, zeigten australische Forschende im Juli 2019. Ihnen zufolge sind rund 20 Prozent der Silbermöwen in Australien mit multiresistenten Keimen infiziert, die möglicherweise auf Menschen übertragen und damit schwerwiegende Krankheiten auslösen könnten.

Bei den Bakterien, die die Wissenschaftler in den Möwen nachweisen konnten, handelt es sich um Nachbildungen menschlicher Bakterien. «Die Möwen haben die Bakterien irgendwie von Menschen aufgenommen», erklärte Studienleiter Mark O'Dea. Sein Forscherteam geht davon aus, dass sich die Möwen beim Kontakt mit menschlichen Fäkalien mit den Keimen infiziert haben, etwa im Abwasser oder an entsorgten Babywindeln.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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