Rechtsextreme Beamte

16. September 2020 22:32; Akt: 16.09.2020 22:32 Print

«Das ist eine Schande für die Polizei»

29 Beamte der Polizei Nordrhein-Westfalens werden verdächtigt, rechtsextreme Inhalte über WhatsApp-Gruppen geteilt zu haben.

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Bei fünf aufgedeckten rechtsextremen Chatgruppen im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen sollen 29 Polizistinnen und Polizisten beteiligt gewesen sein. Das sagte Innenminister Herbert Reul am Mittwoch in Düsseldorf. Alle seien am Morgen suspendiert worden und gegen alle seien Disziplinarmaßnahmen eingeleitet worden. 14 Beamte sollen aus dem Dienst entfernt werden. Laut Reul gehören 25 Beamte zum Polizeipräsidium Essen. Insgesamt habe es am Mittwoch 14 Razzien gegen Polizistinnen und Polizisten gegeben.

Der Minister sprach bei der Pressekonferenz von «einer Schande für die Polizei». In den Gruppen seien 126 Bilddateien verteilt worden, darunter Fotos von Adolf Hitler, aber auch zum Beispiel die fiktive Darstellung eines Flüchtlings in einer Gaskammer. Eine der Chatgruppen sei wahrscheinlich bereits im Jahr 2013 gegründet worden, spätestens im Mai 2015.

Sonderinspektion angekündigt

Neben den 14 Durchsuchungen wurden den übrigen 15 beschuldigten Beamten laut Reul Disziplinarverfügungen zugestellt. Er kündigte eine Sonderinspektion für das vor allem betroffene Polizeipräsidium Essen an. Zudem werde er einen Sonderbeauftragten für rechtsextremistische Tendenzen in der nordrhein-westfälischen Polizei berufen. Er werde alles in seiner Macht Stehende dafür tun, «diese Menschen aus dem Dienst zu entfernen», sagte Reul. Laut Michael Frücht, Leiter des Landesamtes für Fortbildung der Polizei in NRW (LAFP), wurden alle 29 Beamten suspendiert.

Reul geht von weiteren Fällen aus. Man habe bisher erst ein Handy gehabt, über das man an die jetzt Beschuldigten herangekommen sei. Bei den Razzien am Morgen seien weitere Handys beschlagnahmt worden. Wahrscheinlich werde man durch deren Auswertung Hinweise auf weitere Chat-Teilnehmer finden. Das Ursprungs-Handy gehört nach Angaben der Ermittler einem 32-jährigen Beamten der Polizei Essen privat. Er wurde eigentlich verdächtigt, Dienstgeheimnisse an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Bei der Auswertung seien dann die rechtsextremen Fotos gefunden worden.

(L'essentiel/SDA/ore)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Love am 17.09.2020 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Mal, wenn es um Migranten geht, wird am nächten Tag irgendeine RECHTSRADIKALE Gruppierung veröffentlicht. 500 "Partygänger Randalierer attackieren und treten Polizisten. Am nächsten Tag verbietet Seehofer ein rechte Gruppierung, die keiner kennt, vorgestern wird bekannt gegeben, daß D Migranten aus Moria aufnimmt, schon wird ein 30köpfiger Chatroom rechter Polizisten werbewirksam vom Dienst suspendiert. Mordende/ vergewaltigende Migranten werden zu EINZELFÄLLE erklärt und jeder wundert sich, warum es soviele NAZIS gibt....

  • Krüger Norbert am 17.09.2020 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hier wird wieder eine öffentliche Vorverurteilung und Diskriminierung einer Berufsgruppe pauschal vorgenommen. Ob die Indizien so sind wie sie präsentiert wurden ist fraglich. Heute lässt sich vieles elektronisch manipulieren.

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  • Love am 17.09.2020 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Mal, wenn es um Migranten geht, wird am nächten Tag irgendeine RECHTSRADIKALE Gruppierung veröffentlicht. 500 "Partygänger Randalierer attackieren und treten Polizisten. Am nächsten Tag verbietet Seehofer ein rechte Gruppierung, die keiner kennt, vorgestern wird bekannt gegeben, daß D Migranten aus Moria aufnimmt, schon wird ein 30köpfiger Chatroom rechter Polizisten werbewirksam vom Dienst suspendiert. Mordende/ vergewaltigende Migranten werden zu EINZELFÄLLE erklärt und jeder wundert sich, warum es soviele NAZIS gibt....

  • Krüger Norbert am 17.09.2020 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hier wird wieder eine öffentliche Vorverurteilung und Diskriminierung einer Berufsgruppe pauschal vorgenommen. Ob die Indizien so sind wie sie präsentiert wurden ist fraglich. Heute lässt sich vieles elektronisch manipulieren.