Carola Rackete

30. Juni 2019 17:49; Akt: 30.06.2019 17:53 Print

Das sagt die Kapitänin nach ihrer Festnahme

Die festgenommene Kapitänin Carola Rackete entschuldigt sich für Manöver gegen ein Polizeiboot vor Lampedusa. Das Anlegen im Hafen verteidigt sie aber.

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Die in Italien festgenommene Kapitänin der «Sea-Watch 3» hat ihr Anlegen im Hafen der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa verteidigt. Es sei «kein Akt der Gewalt, sondern nur des Ungehorsams» in einer verzweifelten Situation gewesen, sagte Carola Rackete am Sonntag der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Die 31-jährige Deutsche war am Samstag festgenommen worden, nachdem sie die «Sea-Watch 3» mit 40 Migranten an Bord trotz des ausdrücklichen Verbots der italienischen Behörden in den Hafen von Lampedusa gesteuert hatte. Ihr wird vorgeworfen, bei ihrem Einlaufen im Hafen ein Schnellboot der Polizei, das sich der «Sea-Watch 3» in den Weg gestellt hatte, in Gefahr gebracht zu haben. Verletzt wurde dabei niemand.

«Ich hatte Angst»

«Mein Ziel war nur, die erschöpften und verzweifelten Menschen an Land zu bringen. Ich hatte Angst», sagte Rackete. Sie habe befürchtet, die Migranten könnten sich durch einen Sprung ins Wasser umbringen, da sie nicht schwimmen können.

(Quelle: AFP)

Sie habe das Polizeiboot sicher nicht berühren wollen, sagte sie dem Bericht zufolge. Sie habe die Situation falsch eingeschätzt, als sie sich dem Dock näherte. «Ich hatte nicht die Absicht, irgendjemanden in Gefahr zu bringen, ich habe mich bereits entschuldigt und bitte erneut um Entschuldigung.»

Hausarrest

Rackete wurde nach ihrer Festnahme unter Hausarrest gestellt und soll Anfang der Woche in Agrigente einem Richter vorgeführt werden. Sie muss sich unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung und Widerstands gegen ein Kriegsschiff verantworten. Ihr drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Die «Sea-Watch 3» der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch hatte am 12. Juni insgesamt 53 Menschen vor der Küste Libyens von einem Schlauchboot gerettet. 13 von ihnen waren zwischenzeitlich an Land gebracht worden, die übrigen verließen am Samstag das Schiff und wurden in das Aufnahmelager auf Lampedusa gebracht.

(L'essentiel/afp/noe/ju)

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