Gewalttat in Augsburg

12. Dezember 2019 07:04; Akt: 12.12.2019 07:08 Print

Dashcam hat tödlichen Angriff aufgezeichnet

Im Netz kursiert ein Film der tödlichen Prügel-Attacke von Augsburg. Das Video wurde von einer Dashcam aufgenommen und zeigt mehr als die Polizei bisher mitgeteilt hat.

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Ein einziger Schlag und der 49-jährige Feuerwehrmann Roland S. war tot – bei der tödlichen Attacke von Augsburg stehen den Ermittlern neue Aufnahmen zu Verfügung: Offenbar hat ein Taxifahrer mit seiner Dashcam die Tat aufgezeichnet. Auf dem Video, das für kurze Zeit im Netz hochgeladen worden war, ist zu sehen, wie es zu dem Streit zwischen Roland S. und einer Gruppe Jugendlicher kam.

Die neu aufgetauchten Aufnahmen würden mehr zeigen, als die Polizei in ihrer ersten Version mitteilte, berichtet die Augsburger Allgemeine. Der Leiter der Kriminalpolizei, Gerhard Zintl, hatte zunächst behauptet, S. sei bei der Attacke am Freitagabend auf dem Augsburger Königsplatz von der Gruppe umringt worden, «dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden».

Auch S. schubste

Der 15 Sekunden lange Film zeigt, wie es zwischen dem 49-jährigen späteren Opfer und mehreren Jugendlichen ein kurzes Handgemenge gibt. Auch der Feuerwehrmann schubst dabei laut Augsburger Allgemeine einen der Kontrahenten aus der Gruppe weg.

Von wem der erste Schubser genau ausging, ist angeblich auf dem Video nicht deutlich zu erkennen. Der Clip wurde aus einiger Distanz aufgenommen und ist unscharf. Während der Rangelei bekommt der Feuerwehrmann einen Schlag am Kopf ab und bleibt anschließend regungslos am Boden liegen.

S. war an dem Abend privat mit seiner Frau und einem befreundeten Ehepaar am Christkindlesmarkt der Stadt unterwegs gewesen. Auf dem Heimweg hatte er die herumgrölenden jungen Männer gebeten, etwas leiser zu sein.

Anwalt der Schläger spricht von «Notwehr»

Wie die Augsburger Allgemeine weiter berichtet, gab es wegen des kurzen Films sofort Spekulationen, der 49-Jährige könnte womöglich mit dem Streit begonnen haben. Der Schlag, von dem er getroffen wurde, könne gar «Notwehr» gewesen sein.

Laut Aussage eines Anwalts, der einen der sieben Tatverdächtigen vertritt, weichen die Aufnahmen der Dashcam gravierend von dem ab, was im Haftbefehl stehe. So sei etwa das vorangegangene Handgemenge vor dem tödlichen Schlag bisher nicht von den Ermittlern erwähnt worden.

Ein Schlag «mit voller Wucht»

Kripo-Chef Zintl widersprach dem Anwalt vehement. Auf dem Video sei nichts zu erkennen, was einen Faustschlag rechtfertige, so Zintl gegenüber der Zeitung. Neben dem Dashcam-Video hätten die Beamten auch die Aufnahmen der Videoüberwachung am Königsplatz ausgewertet. Darauf sei zu sehen, wie der Feuerwehrmann sehr wohl von der Gruppe umzingelt werde.

Nur kurze Zeit später habe das Opfer dann «mit voller Wucht» von der Seite einen Schlag gegen den Kopf bekommen. Der Schlag dürfte für den 49-Jährigen tödlich gewesen sein – und nicht der Aufprall auf den Boden.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam der tödliche Schlag von einem 17-jährigen Jugendlichen. Halid S. befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Der junge Augsburger ist bereits polizeibekannt.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ech 64 am 12.12.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestens 10 Joer Prisong fir den Tàter

  • cannabear am 12.12.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    wer mim feuer spielt, riskiert halt sich zu verbrennen. ohne zu wissen was genau geschehen ist, gehen meine gedanken an die angehoerigen der opfer, hoffe es lässt sich alles lückelos aufklären, und die strafen fallen der wahrheit entsprechend aus. PS: an alle hetzer, nehmt euch n strick!

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  • ech 64 am 12.12.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestens 10 Joer Prisong fir den Tàter

  • cannabear am 12.12.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    wer mim feuer spielt, riskiert halt sich zu verbrennen. ohne zu wissen was genau geschehen ist, gehen meine gedanken an die angehoerigen der opfer, hoffe es lässt sich alles lückelos aufklären, und die strafen fallen der wahrheit entsprechend aus. PS: an alle hetzer, nehmt euch n strick!