Alarmierender Bericht

24. September 2021 08:20; Akt: 24.09.2021 08:25 Print

Den Weltmeeren steht das Wasser bis zum Hals

Die Ozeane heizen sich auf, der Meeresspiegel steigt und das arktische Eis geht dramatisch zurück: Ein aktueller Report zeichnet beim Zustand der Weltmeere ein düsteres Bild.

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Den Weltmeeren geht es immer schlechter. Das geht aus dem fünften Bericht des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes hervor. In dem jährlich erscheinenden Bericht zeigen 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag der Europäischen Kommission, wie schnell sich die Ozeane durch den Eingriff des Menschen verändern.

Der Report nennt die schlimmsten Folgen: Die Erwärmung der Weltmeere und das schmelzende Landeis führen demnach zu einem Anstieg des Meeresspiegels – im Mittelmeerraum um 2,5 Millimeter pro Jahr und weltweit bis zu 3,1 Millimeter. Als Beispiel für die drohenden Folgen wird im Bericht die Überflutung Venedigs im November 2019 genannt, als der Wasserstand auf bis zu 1,89 Meter anstieg (siehe Bildstrecke). Die Erwärmung der Ozeane habe zudem zur Folge, dass Meeresbewohner in kühlere Gewässer abwandern oder die Bestände von Arten schrumpfen.

Folgenreicher Rückgang von arktischem Eis

Das arktische Meereis geht laut Bericht stetig zurück: Zwischen 1979 und 2020 habe die Arktis eine Eisfläche verloren, die etwa sechsmal so groß wie Deutschland ist. Seit 1979 sei das Eis um 12,89 Prozent pro Jahrzehnt zurückgegangen. Die Tiefststände wurden dabei in den vergangenen beiden Jahren verzeichnet. Der Report warnt: Wenn das arktische Meereis weiter schmelze, könne das zur regionalen Erwärmung, der Erosion der arktischen Küsten und zu einer Veränderung der globalen Wettermuster beitragen.

Eine weitere Erkenntnis: Extreme Schwankungen aufgrund von Hitze- und Kältewellen in der Nordsee stehen in einem direkten Zusammenhang mit Veränderungen im Fischfang. Genannt werden hier die Seezunge, der Europäische Hummer, Seebarsch und Taschenkrebse.

«Nie dagewesene Belastung für den Ozean»

«Klimawandel, Umweltverschmutzung und Übernutzung haben eine nie da gewesene Belastung für den Ozean verursacht», sagt Karina von Schuckmann, Vorsitzende des Ocean State Reports in einer Mitteilung zum Bericht. Die Weltmeere bedeckten den Großteil der Erdoberfläche und regulierten das Klima, eine genaue und zeitnahe Überwachung sei entscheidend, um die Ozeane besser zu verstehen und auf Veränderungen reagieren zu können.

Copernicus ist das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Sein Ziel ist es, auf Grundlage von Satellitenbeobachtungen und Messungen auf der Erde den Zustand von Land, Meeren und Atmosphäre oder den Klimawandel und seine Folgen zu überwachen.

Ganze Regionen werden verschwinden

Die Autorinnen und Autoren des fünften Berichts des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes sind nicht die einzigen Forschenden, die angesichts des Klimawandels ein düsteres Bild zeichnen. Erst vor Kurzem warnten Expertinnen und Experten im neusten Klimabericht davor, dass in den nächsten 80 Jahren Millionen von Menschen ihre Heimat und Existenzgrundlage verlieren werden. Davon betroffen sein, werden ihnen zufolge nicht nur Menschen an der Küste, sondern auch jene, die im Hinterland leben und arbeiten.

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(L'essentiel/DPA/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • christoph am 24.09.2021 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Eis auf dem Festland (Grönland) das reicht für 6m Anstieg der Meere.

  • Al Gore lässt Grüssen am 24.09.2021 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wann der e Stéck Äis(Arktis) am Glas(Weltmier) hudd leeft d'Glas och net iwwer wann d'Äis geschmolt ass.

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  • Valchen am 24.09.2021 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wär dach flott, wann Péiteng daat neit Ostende wär! Dann bréichten Mäer net méih sou weit Fueren! Too! ;-))

Die neusten Leser-Kommentare

  • christoph am 24.09.2021 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Eis auf dem Festland (Grönland) das reicht für 6m Anstieg der Meere.

  • Valchen am 24.09.2021 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wär dach flott, wann Péiteng daat neit Ostende wär! Dann bréichten Mäer net méih sou weit Fueren! Too! ;-))

  • Al Gore lässt Grüssen am 24.09.2021 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wann der e Stéck Äis(Arktis) am Glas(Weltmier) hudd leeft d'Glas och net iwwer wann d'Äis geschmolt ass.

    • Paulo Cohelo am 24.09.2021 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      Dann hut der an der Phisik ganz Schlecht opgepasst. Well Datt geschitt geanu esou.d'Glas leeft iwwer. An d'Welt ass keen Glas. Halt op Ligen ze Verbreeden.

    • Archimedes lässt Grüssen am 24.09.2021 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Paulo Cohelo, sëtzen, eng Datz.

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