Syrer rettet Tiere

16. August 2019 14:19; Akt: 16.08.2019 14:20 Print

Der Katzenmann von Aleppo

Seit mehr als acht Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 400.000 Menschen sind in dem Konflikt schon gestorben. Auch die Tiere sind Opfer. Alaa will ihr Leiden mindern.

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Wenn die Luftangriffe vorbei sind, taucht Mohammed Alaa al-Dschalil auf. Er muss sich vorsichtig zwischen den Trümmern zerstörter Häuser in Syriens Rebellengebiet um die Stadt Idlib bewegen, um kein Risiko einzugehen. Der 44-Jährige, genannt Alaa, gehört zu den Helfern, die im Chaos nach Überlebenden suchen. Allerdings hält er bei seinen Spezialmissionen keine Ausschau nach Menschen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Katzen zu retten.

In den vergangenen Monaten, erzählt Alaa, habe er sich morgens zwischen 5 und 7 Uhr auf den Weg gemacht, weil dann weniger Bomben und Granaten fielen. Aus dem Süden der Idlib-Region, wo es immer wieder zu Angriffen kommt, brachte er Dutzende Tiere in eines seiner beiden Katzenheime weiter im Norden, wo die Lage ruhiger ist.

«Schon als kleiner Junge habe ich Katzen geliebt»

Dort werden die Tiere medizinisch versorgt und gefüttert. Manche bleiben, andere verschwinden wieder. Auch einige Hunde waren unter den geretteten Tieren. «Schon als kleiner Junge habe ich Katzen geliebt», sagt Alaa, der eigentlich als Fahrer eines Notarztwagens arbeitet. «Von meinen Vorfahren habe ich gelernt, dass jeder, der Mitleid mit Menschen hat, Mitleid mit allen Lebewesen haben sollte.»

Seine erste Rettungsmission begann vor mehreren Jahren, als der Bürgerkrieg in Syrien noch jung war, aber immer brutaler wurde. Damals lebte Alaa in der nordsyrischen Stadt Aleppo, die von dem Konflikt besonders stark getroffen wurde. Er fing an, sich um Katzen zu kümmern, die von ihren geflüchteten Besitzern zurückgelassen worden waren und auf der Straße lebten. Beim Metzger bekam er Fleisch und was immer übrig geblieben war, um die Tiere zu füttern.

Alle seine Freunde sind weg, nun hat er die Katzen

Als dann erstmals Berichte über ihn in ausländischen Medien erschienen, erhielt er plötzlich Hilfe von Tierfreunden aus aller Welt. Alaa wurde berühmt als der Katzenmann aus Aleppo. «Weil alle das Land verlassen, auch meine Freunde, sind die Katzen meine Freunde geworden», sagte er damals dem britischen Sender BBC.

In der nordsyrischen Stadt eröffnete er sein erstes Tierheim, Ernestos Katzenheim, benannt nach dem verstorbenen Freund einer Unterstützerin aus Italien. Doch als die syrischen Regierungstruppe Ende 2016 ihre Angriffe auf den von Rebellen gehaltenen Osten Aleppos verschärft hätten, sei auch dieses Haus gestoffen worden, erzählt Alaa weiter. Mehrere Katzen wurden getötet.

In Plastikkästen gerettet

Kurze Zeit später floh er, wie so viele Syrer, vor den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad aus Aleppo ins benachbarte Idlib. 170 Tiere habe er zeitweise in Aleppo versorgt. «Ich habe es geschafft, 22 von ihnen herauszubekommen», sagt Alaa. In Plastikkästen, umgebaut zu Käfigen, wurden die Tiere aus dem Kampfgebiet gebracht.

Doch Idlib, das letzte große Rebellengebiet nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg, ist alles andere als ein sicherer Ort. Schon jetzt sind mehr als 400 000 Menschen in dem blutigen Konflikt gestorben. Syriens Regierung hat das Ziel ausgegeben, die ganze Region im Nordwesten des Landes wieder einzunehmen. Ende April begannen Assads Truppen – unterstützt von den Jets des Verbündeten Russland – eine Offensive. Erst in den vergangenen Tagen nahmen die Angriffe wieder zu.

Auch ein Waisenhaus hat er aufgebaut

Mit Spenden und Einnahmen aus dem Verkauf eines Buches über seine Arbeit hat er in der Stadt Idlib und dem Ort Kafr Naha unter anderem die Katzenheime aufgebaut. In Kafr Naha gehöre mittlerweile auch ein Waisenhaus, ein Spielplatz und ein Gesundheitszentrum für Kinder dazu, erzählt er: «Die größten Verlierer des Kriegs in Syrien sind die Kinder und Tiere. Deswegen werde ich ihnen weiter helfen.»

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia am 16.08.2019 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thank you and all the Best :)

  • Danièle am 16.08.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    L'ange de Dieu ! Que ça fait du bien de lire des choses pareilles. Même s'il y a la guerre. Je vois tellement d'horreurs que cela passe presque pour un miracle

  • Amélie am 18.08.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stéphanie am 19.08.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    D'accord avec tous mes collègues, cet homme a une grande beauté d'âme et la Russie doit arrêter la guerre là-bas ...

  • Amélie am 18.08.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Oui, donnez plus d informations pour qu on puisse l aider à notre manière svp. ! Des coordonnées par exemple.

    • @Amélie am 19.08.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      aidez plutôt les gens qui fuient leur pays en raison de la guerre!

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  • Fiona am 17.08.2019 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Pour une fois ça donne les larmes aux yeux, mais de Joie !!! On lit tellement de choses sur les tortures animales, que là, ça remet un peu de baume au cœur. Merci Mohammed, tu iras au paradis !

  • Le Sénégalais am 16.08.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ce doit être un gars bien.En voyant cela je me dis peut-être que tout n'est pas perdu.

  • Blanc-Neige am 16.08.2019 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Donnez les coordonnées bancaires SVP en vue d'un don éventuel

    • Fantomas am 17.08.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      100000 euros..Voilà virement réaliser..Je compte sur vous pour bien les aider nos amis les chatons..

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