Der andere Bond

05. September 2018 20:06; Akt: 05.09.2018 20:07 Print

Der Spion mit dem Mikro im Penis

In den 90er-Jahren boomte die Spionage in beiden Teilen Koreas. Dabei wurde jede erdenkliche Technik genutzt, wie ein ehemaliger Spion im Interview verrät.

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Ein Mikrofon im Penis – die etwas andere Art der Spionage: Angewendet wurde die kuriose Technik von einem südkoreanischen Agenten. Dieser versteckte den Rekorder erfolgreich und ohne Nebenwirkungen in seiner Harnröhre.

Park Chae-seo, auch die «Schwarze Venus» genannt, traf in den 90er-Jahren den damaligen nordkoreanischen Führer Kim Jong II. Kein anderer Spion kam dem Diktator des isolierten Staates so nah wie der angebliche Geschäftsmann.

Bevor er auf den Diktator traf, war er von den Auftraggebern angewiesen worden, lange wach zu bleiben, zu duschen und sich ordentlich zu kleiden. Erst danach sagte man ihm, dass er einen Mikrorekorder im Penis verstecken sollte.

Bestseller in Südkorea

Seine Geschichte wurde mit einem Buch und Film aufgearbeitet. «The Spy Gone North» ist ein Bestseller und Kassenschlager. In den ersten drei Wochen nach der Veröffentlichung sahen mehr als fünf Millionen Zuschauer den etwas anderen Agenten-Thriller. Rund zehn Prozent der gesamten Bevölkerung in Südkorea.

Mittlerweile ist Park 64 Jahre alt. In einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP erzählt er von seiner Tätigkeit für den südkoreanischen Geheimdienst: «Es war ein extrem stressiges Leben als Spion. Ich hätte beim kleinsten Fehler entlarvt werden können. Auch wenn es nur ein dummer Versprecher mit der Zunge gewesen wäre.»

Codename «Schwarze Venus»

1995 trat er in die Spionagebehörde des Südens ein. Damals wurde ihm der Codename «Schwarze Venus» zugeteilt. Im Gegensatz zum Norden erhielt Park Chae-seo keine Selbstmordpillen. Er sagt: «Wir wurden trainiert, uns mit den bloßen Händen selbst zu töten. Dazu mussten wir empfindliche Stellen des Körpers kennen lernen.»

Mittlerweile hat Park mit diesem Teil seines Lebens abgeschlossen. Er lebt in China und steht beinahe täglich auf dem Golfplatz – ein Hobby, das sich komplett von seinem einstigen Beruf abhebt.

(L'essentiel/fss/afp)

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