Rheinland-Pfalz

27. September 2019 20:27; Akt: 27.09.2019 20:34 Print

Deutsche Polizei hebt Darknet-​​Cyberbunker aus

Deutsche Ermittler haben ein illegales Darknet-Serverzentrum in einem ehemaligen Bunkergelände ausgeforscht. In einem Großeinsatz wurden die Server beschlagnahmt.

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Die wichtige Schaltstelle für millionenschwere kriminelle Geschäfte im Darknet ist offenbar in einem ehemaligen Bunker verborgen gewesen.

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In einem Großeinsatz haben Hunderte von Polizisten, unterstützt von der deutschen Spezialeinheit GSG-9, ein geheimes Rechenzentrum im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz ausgehoben. Über die Server in einem ehemaligen Bunker wurden jahrelang Straftaten im Darknet geplant, organisiert und begangen, berichtet das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz.

Die wichtige Schaltstelle für millionenschwere kriminelle Geschäfte im Darknet ist offenbar in einem ehemaligen Bunker verborgen gewesen. Hinter einer schweren Eisentür reihten sich über fünf Etagen unter der Erde Server an Server, berichtet Spiegel Online. Hier wurden zahlreiche Webseiten gehostet, über die Kriminelle aus aller Welt im Darknet Drogen verkauften, Falschgeldgeschäfte abwickelten, Kinderpornos verschickten oder Cyberangriffe starteten.

Rechenzentrum im Ex-Bunker

Seit Donnerstag ist das Rechenzentrum in dem Ex-Bunker in Traben-Trarbach an der Mosel abgeschaltet. In einer großangelegten Aktion haben Ermittler nach fast fünf Jahren Vorarbeit die Betreiber der großen Serveranlage ausgehoben. Von 13 Beschuldigten im Alter von 20 bis 59 Jahren sitzen sieben in Haft.

200 Server für Cyberkriminalität

Es ist ein besonderer Schlag im Kampf gegen Cyberkriminalität, wie der Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Freitag betonte: «Es ist das erste Mal in Deutschland, dass nicht gegen Betreiber von Shops oder Marktplätzen, sondern gegen die ermittelt wird, die diese Straftaten erst möglich machen.»

Gemeint sind damit eben die Betreiber von Computern, die «in dem sehr großen Rechenzentrum» liefen, damit «Kunden» sie für ihre Webseiten und kriminellen Machenschaften nutzen konnten. Im Ex-Bunker wurden etwa 200 Server sichergestellt. Außerdem viele Datenträger, Mobiltelefone und «eine größere Summe Bargeld», heißt es von der Polizei.

Zweitgrößter Darknet-Marktplatz zerschlagen

Zudem wurde der weltweit zweitgrößte Darknet-Marktplatz Wallstreet Market erst im April 2019 zerschlagen, der auch von diesem Rechenzentrum betrieben wurde.

(L'essentiel)

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