Blutpuppe und Waffen

15. Mai 2019 21:37; Akt: 15.05.2019 21:40 Print

Die bizarre Welt der Armbrust-​​Toten

Nach den Armbrust-Toten in Passau kommen immer mehr schaurige Details ans Licht. Die vier Frauen und der Mann lebten offenbar in einem mittelalterlich angehauchtem Sex-Zirkel.

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«Es war eine seltsame Gruppe», erinnert sich ein Gast der Pension in Passau an jene drei Personen, die am Freitag kurz nach 22.00 Uhr in das hinterste Zimmer im zweiten Stock eincheckten.

Torsten W. (53), seine Geliebte Kerstin E. (33) und Farina C. (30) wünschten noch einen «Guten Abend» und verschwanden dann die Treppe hinauf aufs Zimmer. 13 Stunden später wurden im Zimmer ihre mit Pfeilen durchbohrten Leichen gefunden.

Nur kurze Zeit später entdeckten die leitenden Ermittler in der Wohnung eines der Opfer in Niedersachsen die Leichen von zwei weiteren Frauen.

Waren Tote Teil eines Sex-Zirkels?

Auch fünf Tage nach dem grausamen Fund der Leichen in Passau bleiben noch immer viele Fragen offen. Doch nach und nach kommen immer mehr unheimliche Details der beiden Bluttaten und der Opfer ans Tageslicht.

So entdeckte die Polizei unlängst Hinweise darauf, dass die vier Frauen in einer Art mittelalterlich angehauchtem Sex-Zirkel um Torsten W. geschart waren. Der 53-Jährige dürfte der Guru der Gruppe gewesen sein.

W. soll laut Informationen der Bild mit mehreren Frauen liiert gewesen sein. Er soll sie wie ein Gebieter «beherrscht» haben, heißt es in dem Bericht weiter. In Hachenburg (Rheinland-Pfalz) betrieb der 53-Jährige einen Mittelalter-Shop, den die Beamten nun ebenfalls genauer unter die Lupe nahmen.

Bizarre Dominanz-Fantasien

Und ein Blick in den Laden offenbart, in welcher kuriosen Welt die Armbrust-Toten gelebt haben dürften. Eine Welt, in der bizarre Dominanz-Fantasien offen zur Schau gestellt wurden. So sitzt auf der Theke des Shops eine auffällige Schaufensterpuppe.

Ihr Körper ist mit blutroter Farbe verschmiert und trägt Ketten und ein zerrissenes Oberteil. In Kisten liegen mitteralterliche Waffen und Schilde. An den Wänden hängen große Ritterfahnen, Gemälde und Zeichnungen.

Torsten W. soll seine Geliebten dabei nicht gerade freundlich behandelt haben. Stattdessen wurden die Frauen barsch herumkommandiert, erinnert sich der Vermieter des 53-Jährigen in der «Bild».

«Hast du auch sauber gemacht? Aber zackig»

«In kurzen Imperativsätzen: 'Hast du auch sauber gemacht? Aber zackig! Die Körpersprache der Frauen war devot, Kopf nach unten. Er hat Befehle gegeben», wird der Vermieter zitiert. W. soll die Frauen regelrecht wie Sklaven behandelt haben.

Welche Rolle Torsten W. bei den beiden Bluttaten genau gespielt hat, steht noch nicht fest. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen.

(L'essentiel/fss/heute.at)

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