Robert Hansen

01. Juni 2020 18:58; Akt: 01.06.2020 19:22 Print

Die grausamen Taten des Robert Hansen

Zuhause trat der «fliegende Albtraum» als liebender Familienvater und erfolgreicher Geschäftsmann auf. In seiner Freizeit entführte, jagte, vergewaltigte und tötete er Frauen.

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Der Vater herrschsüchtig, die eigene Sprache stotternd und die Haut von schwerer Akne gezeichnet: Robert Christian Hansen hatte weiß Gott keine einfache Kindheit. «Die Narben sind wohl der Grund, warum die Mädchen mir nicht nahe kommen wollten», soll er laut «Daily News» später einmal sagen.

Die Ablehnung und Hänseleien, die er von Vater und Gleichaltrigen erfährt, sind möglicherweise eine Erklärung für das, was ihm Jahre später 461 Jahre Haft einbringen wird. Eine Entschuldigung ist es aber keineswegs. Dafür waren seine Taten zu grausam.

Immer wieder inhaftiert

Ob der Schmähungen fand der im Jahr 1939 geborene Hansen Zuflucht in den Wäldern rund um seine Heimatstadt Estherville im US-Bundesstaat Iowa. Dort begann er das Jagen – sowohl mit Gewehr als auch mit Pfeil und Bogen. Mit 18 Jahren trat er in die United States Army Reserve ein. Nach rund 12 Monaten wechselte er zur Polizeiakademie in Pocahontas, später zur Feuerwehr.

Im Sommer 1960 wurde aus dem früheren Einzelgänger ein Ehemann. Eigentlich ein glücklicher Moment, doch schon kurze Zeit nach der der Hochzeit wurde er wegen Brandstiftung zu drei Jahren Haft verurteilt und seine Frau reichte die Scheidung ein. Trotz der Rückschläge: Hansen lernte nicht aus seinen Fehlern. Immer wieder wurde er nach seiner Entlassung bei Diebstählen erwischt und inhaftiert.

Der fliegende Albtraum

Das Blatt schien sich zu wenden, als er 1967 mit seiner zweiten Frau und den beiden gemeinsamen Kindern nach Alaska auswanderte. In Anchorage eröffnete er eine Bäckerei, die schon bald florierte. Nur einmal noch – 1977 – wurde er auffällig, als er eine Kettensäge klaute. In seiner Freizeit jagte Hansen weiter, gewann Trophäen und wurde von der lokalen Presse gefeiert.

Er machte zudem einen Pilotenschein und kaufte sich ein Kleinflugzeug, das er für die Jagd in der Wildnis Alaskas verwendete. Das dachte zumindest sein Umfeld. In Wirklichkeit nutzte er es auch für sein geheimes Doppelleben, was ihm später, als seine Taten bekannt wurden, den Spitznamen «The flying nightmare» – «Der fliegende Albtraum» einbrachte.

Nur durch Zufall aufgeflogen

Erst 1983, als eines seiner Opfer entkam (siehe Box), wurde bekannt, dass Hansen für den Tod zahlreicher Frauen in und um Anchorage verantwortlich ist.

Vor Gericht wurde klar: Mindestens 17 Frauen – überwiegend Sexarbeiterinnen und Tänzerinnen – hatte Hansen zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Gewissen. Viele seiner Opfer brachte er mit seinem Flugzeug oder seinem Auto in entlegene Waldgebiete außerhalb der Stadt Anchorage, wo er sie vergewaltigte und quälte. Anschließend ließ Hansen die Frauen frei, um sie mit Gewehr im Anschlag zu jagen und zu töten. Allerdings wurden nur zwölf Leichen gefunden.

Einige wenige missbrauchte er auch in einem extra dafür eingerichteten Raum in seinem Haus in Anchorage. Sie flog er später in die Wälder, so wie er es auch mit Cindy Paulson eigentlich vorgehabt hatte.

Noch nicht alles

30 weitere Frauen, so gestand Hansen Anfang 1984 vor Gericht, habe er zwar vergewaltigt, aber am Leben gelassen. Weiter gab er an, die Frauen wegen Oralsexes aufgesucht zu haben, den er seiner Frau nicht zumuten wollte. Die Frauen, mit denen er nicht zufrieden war, hätte er anschließend «bestraft».

Sein Geständnis war Teil einer Einigung mit der Staatsanwaltschaft. Indem Hansen die Taten gestand, entging er der Todesstrafe. Stattdessen bekam er lebenslänglich plus 461 Jahre.

30 Jahre saß Hansen davon ab. Er verstarb im August 2014 im Alter von 75 Jahren im Krankenhaus, wo er wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands in Behandlung war. Der stellvertretende Bezirksstaatsanwalt Frank Rothschild, der bei der Verurteilung von Hansen geholfen hatte soll laut «Anchorage Daily News» dessen Tod mit den Worten «Gut, dass wir ihn los sind» kommentiert haben.»

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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