Australischer Moderator

23. März 2018 20:20; Akt: 23.03.2018 20:26 Print

Die Mutter gesucht, den Vater gefunden

Der Radiomoderator Ryan Jon wendet sich in einem emotionalen Video an seine biologische Mutter, die er nie kennen gelernt hat. Ein Jahr später erhält er eine Nachricht.

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«Sie hat mir mein Leben geschenkt, und ich habe das Gefühl, das Mindeste, was ich tun kann, ist, sie ihr Leben leben zu lassen», sagt der 30-jährige Australier mit brechender Stimme in die Kamera. «Wenn dieses Video also viral geht und oft genug geteilt wird, so dass meine biologische Mutter es sieht, dann habe ich keine Erwartungen an dich», so Radiomoderator Ryan Jon weiter. «Ich erwarte nicht, dass du irgendetwas für mich tust oder Kontakt zu mir aufnimmst. Ich möchte dir nur für alles danken und hoffe, dass du einen tollen Muttertag hast.»

Dass das Video, das Jon zum Muttertag 2017 auf Facebook gestellt hatte, sein Leben verändern würde, begriff er erst viel später. Nachdem die Seite News.com.au den Clip geteilt hatte, wurde er in kurzer Zeit über 100 Millionen Mal geschaut.

DNA-Test und Ahnenforschung

Jon, der im Alter von sechs Wochen adoptiert worden war, erhielt nach eigenen Angaben über 10.000 Nachrichten aus aller Welt. Andere Adoptierte erzählten dem Australier ihre Geschichte, andere beglückwünschten ihn zu der liebevollen Idee, wieder andere beleidigten ihn («Jeder, der nach seinem Mami sucht, ist doch ein Weichei»).

Immer wieder wurde ihm geraten, einen DNA-Test zur Ahnenforschung zu machen. Das tat Jon schließlich. «Ich fand heraus, dass ich zu 62 Prozent Ire, zu elf Prozent Italiener und zu 10 Prozent Grieche war», informierte er. Mehr noch: Mit Hilfe eines Ahnenforschungsinstitutes machte Jon erst seine Urgroßeltern, einen Cousin 4. Grades, und schließlich seine Großeltern aus. Das führte ihn zwar nicht zu seiner Mutter – aber zu seinem biologischen Vater.

«Er hatte keine Ahnung, dass ich existiere»

«Er ist ein Amerikaner, der mit 23 Jahren die Welt bereiste und meine biologische Mutter traf. Sie kannten sich nicht lange, aber lange genug, um mich zu zu zeugen und zur Welt zu bringen», berichtet Jon. «Er hatte keine Ahnung, dass ich existiere.»

Er schickte dem Mann vor Weihnachten einen Brief und erhielt wenig später ein E-Mail: «Es tut mir leid, dass ich es verpasst habe, ein Teil deines Lebens zu sein», so der Mann, der derzeit mit seiner Familie in London lebt. «Wenn du willst, buche ich dir und deiner Familie Flüge, und wir verbringen die Festtage zusammen. Das ist ein echtes Weihnachtswunder, ich kann es nicht erwarten, dich zu treffen!»

«Ich bin bestimmt nicht enttäuscht»

Mit seiner Adoptivmutter machte sich Jon auf nach London und traf den Mann. «Wir trafen uns in einem Café und sprachen sechs Stunden miteinander. Mein Vater hat das Gefühl, er habe mich im Stich gelassen, und macht sich Sorgen, dass ich enttäuscht sein könnte, dass er nicht für mich da war. Aber er hat mich nicht hängen lassen, und ich bin bestimmt nicht enttäuscht.»

Von seiner biologischen Mutter weiß Jon zwar jetzt immer noch nicht viel mehr: Sein Vater erzählt, dass sie «sehr schön und liebevoll» gewesen sei und er ihr ein Mixtape aufgenommen habe, als er Australien wieder verließ.

Jon will weiter nach seiner Mutter suchen. Gleichzeitig kann er sein Glück kaum fassen: «Ich habe jetzt zwei Halbbrüder – für ein Einzel- und Adoptivkind wie mich ist das schlicht unfassbar!»

Er ermutigt auch andere Adoptierte, nach ihren biologischen Eltern zu forschen. «Ich weiß, dass es nicht für jeden ein derartiges Happy End geben wird», so Jon. «Aber für mich wäre es schlimmer gewesen, es nicht zu versuchen, es nicht wissen zu wollen. Jetzt bereue ich nur, dass ich nicht schon vor zehn Jahren mit der Suche nach meiner Familie angefangen habe.»

(L'essentiel/gux)

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