Camogli, Italien

24. Februar 2021 15:29; Akt: 24.02.2021 15:32 Print

«Die Schläge des Meeres rauben uns den Schlaf»

Könnten in Camogli an der ligurischen Küste bald auch Häuser ins Meer rutschen? Die Behörden sehen bisher noch keinen Handlungsbedarf, aber die Sorge bei den Anwohnern ist groß.

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Am Tag nach dem Unglück von Camogli (I), bei dem Teile eines Friedhofs abrutschten und 200 Särge ins Meer fielen, ist die Besorgnis groß, wie die ligurische Lokalzeitung «Il Secolo XIX» (Bezahlartikel) schreibt. Demnach haben vor allem Bewohnerinnen und Bewohner an der Via Jacopo Ruffini 15 Angst, dass ein weiterer Erdrutsch ihre Wohnanlage ins Meer spülen könnte.

Detektoren schlagen nicht aus

«Ich bin kein Geologe, es muss bald ein Experte kommen um eine Inspektion durchzuführen», sagte ein Bewohner des Komplexes Salvatore Trompetto. Aus der Sicht der Behörden scheint keine unmittelbare Gefahr zu bestehen, denn anders als bei einem ähnlichen Erdrutsch in Genua 2014 wurde keine Evakuations-Anordnung ausgestellt.

«Offensichtlich gibt es keine sichtbaren Probleme, einige der Detektoren, die vor Jahren aufgestellt wurden, haben sich keinen Zentimeter bewegt», sagt Trompetto. Darüber hinaus sei der Boden felsig und damit stabiler als der Sandstein, auf dem sich der ins Meer gerutschte Friedhof befand.

Bildstrecke: «Bei einem Sturm rauben uns die Schläge des Meeres den Schlaf»

Die Abnutzung durch das Meer bereitet ihm dennoch Sorgen: «Wir wissen nicht, wie schnell die Erosion in diesem Abschnitt voranschreitet, auf dem das bebaute Gebiet steht. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir jedes Mal, wenn es einen Sturm gibt, von den Schlägen des Meeres wachgehalten werden.» Trompetto fordert den Bau eines Dammes oder eines Wellenbrechers um die bewohnten Gebiete vor der Kraft des Wassers zu schützen.

Kritik an den Behörden wird laut

Ganz in der Nähe des Friedhofs befindet sich auch die «Spiagga dei Genovesi», der genuesische Strand, der bereits seit sechs Jahren wegen Erdrutsch- und Felssturz-Gefahr gesperrt ist. Laut «Il Secolo XIX» könnte das Abrutschen des Friedhofs ein Weckruf für die lokale Politik sein.

Die Staatsanwaltschaft hat derweil ein Verfahren eingeleitet. Fabrizio Givri ermittelt wegen Fahrlässigkeit gegen Unbekannt. Wie verschiedene Lokalmedien berichten, steht der Verdacht im Raum, dass die Behörden Warnungen aus der Bevölkerung zu «Rissen und Zeichen» ignoriert haben. Ein Portal berichtet zudem darüber, dass bei einer nahegelegenen Baustelle Presslufthammer eingesetzt worden seien, die den Erdrutsch ausgelöst haben könnten.

(L'essentiel/Lucas Orellano)

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