Stunt-Profis zu Vorfall an Filmset

22. Oktober 2021 16:47; Akt: 22.10.2021 18:42 Print

«Die Schuld liegt beim Waffenspezialisten»

Der tödliche Unfall am Set vom Western «Rust» wirft Fragen zum Umgang mit Waffen bei Filmdrehs auf. Die Stuntmänner Oliver Keller und René von Gunten erklären.

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Am Set vom neuen Western-Film «Rust» von und mit Alec Baldwin (63) ist es während Dreharbeiten zu einem tragischen Vorfall gekommen. US-Berichten zufolge erschoss der Hollywoodstar aus Versehen die Kamerafrau Halyna Hutchins (42) und verletzte den Regisseur Joel Souza (48). Der zuständige Sheriff erklärte am Donnerstag: «Nach Angaben der Ermittler und Ermittlerinnen scheint es, dass beim Filmen einer Szene eine Requisitenwaffe zum Einsatz kam, die abgefeuert wurde.»

Der genaue Hergang des Unfalls und ob echte Patronen oder Schreckschussmunition involviert waren, ist noch nicht bekannt. Zahlreiche Fragen stehen unbeantwortet im Raum, allen voran: Wie konnte es so weit kommen?

Wir haben mit den langjährigen Stuntmännern Oliver Keller (46) und René von Gunten (60) gesprochen, um mehr über den Einsatz von Schusswaffen an Filmsets zu erfahren. Beide betonen, dass derartige Drehs durch strenge Sicherheitsvorkehrungen strukturiert werden und in der Regel Schreckschusswaffen eingesetzt werden. «Wenn beim Film mit einer Waffe gearbeitet wird, ist immer eine geschulte Person vor Ort», so von Gunten. «Sie übergibt die Waffe direkt vor Beginn der Aufnahme an den Darsteller oder die Darstellerin und sichert sie dann auch zwischen den Takes.»

Richtiger Umgang ist das A und O

Keller bestätigt: «Am Set wird eine Waffe in der Regel vor der Szene vom Waffenspezialisten oder der -spezialistin an die Schauspielerin oder den Schauspieler ausgehändigt.» Geladen werde sie dann erst direkt vor deren Augen mit einer Platzpatrone. Die Schreckschusswaffen sind denn auch gar nicht dazu konstruiert, richtige Patronen abzufeuern: «Sie haben eine Verstopfung im Lauf, die gar keinen Platz dafür lässt.»

Obwohl es sich nicht um echte Waffen und Munition handelt, ist es wichtig, dass die Stunts ausreichend vorbereitet werden. «Die Schauspielerinnen und Schauspieler müssen mit der Waffe umgehen können», so René von Gunten. Der Stuntman, der seinen Beruf seit 30 Jahren ausübt, erklärt: «Nicht nur für die Sicherheit, sondern auch, damit es im Film gut aussieht.» Wenn die Personen den Umgang mit einer Waffe nicht kennen, müsse im Vorfeld geprobt werden.

Stars mit großen Egos lehnen Training ab

Wie die Proben schlussendlich ablaufen, ist laut Keller jedoch unterschiedlich und durchaus auch abhängig vom Budget des Films. Zudem verzichten Beteiligte auch freiwillig darauf: «In Hollywood gibt es viele Darstellerinnen und Darsteller mit großen Egos, die glauben, kein Training zu benötigen, weil sie schon 100 mal geschossen haben.»

Keller und von Gunten betonen, dass kein Stunt unterschätzt werden darf und Sicherheit immer groß geschrieben werden muss. Wenn es an einem Filmset trotz allem zu einem Unfall kommt, sei das immer tragisch. «So etwas wie am Set von ‹Rust› sollte nicht passieren», findet Oliver Keller. Die Schuld trifft seiner Meinung nach aber nicht Alec Baldwin. «Die Schuld liegt beim Prop-Master der Requisite oder dem Waffenspezialisten oder der -spezialistin, der oder die ihm die Waffe übergeben hat.»

(L'essentiel/Angela Hess)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JOHNNY am 22.10.2021 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halt op mat deem Genderwahnsinn!!! P.S. Stunman / Stuntmannin hut der vergiess!

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  • JP jr am 23.10.2021 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Johnny. Dei nennt een Stuntfra

  • Valchen am 23.10.2021 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @blah Et gesëit natierlech Besser aus, Wannsde Direkt opt Kamera ziels an Duurch d’Fotografin schéiss! Hoffen Mäer mol fier den Blah, dass d’Kamera gelaaf as an Deen Moment realistisch an fir Éiweg fest gehaalen bléiwwt! Aaner “Kunstler” kénnen dann Deen Clip x-beliebeg verwenden! Kappréssel! ;—((

Die neusten Leser-Kommentare

  • JP jr am 23.10.2021 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Johnny. Dei nennt een Stuntfra

  • Valchen am 23.10.2021 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @blah Et gesëit natierlech Besser aus, Wannsde Direkt opt Kamera ziels an Duurch d’Fotografin schéiss! Hoffen Mäer mol fier den Blah, dass d’Kamera gelaaf as an Deen Moment realistisch an fir Éiweg fest gehaalen bléiwwt! Aaner “Kunstler” kénnen dann Deen Clip x-beliebeg verwenden! Kappréssel! ;—((

  • JOHNNY am 22.10.2021 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halt op mat deem Genderwahnsinn!!! P.S. Stunman / Stuntmannin hut der vergiess!

    • DenDensDuNetBass am 26.10.2021 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Ouni wieren vill Texter hei wahrscheinlech ze kleng

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  • Valchen am 22.10.2021 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    “…….., denn Sie könnte geladen Sein!” Éelsten Gesetz, zénter Datt et Polfer get! Et zielt Éen nie an Richtung Léit, Éenzel ouder an der Groupe. Waat as Deen AALEN Larifari ungaangen?! Um Schëissstand flitts De eroof, wannsde Sou Éng kommen léiss. Fahrlässig Tötung opt Mannst! R. I. P.

    • blablabla am 22.10.2021 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      Waat ee Blödsinn, et handelt sech em een Film, et geseit woul dämlech aus wann ee Schauspiller de Revolver an d’Lucht hällt an dann deen visavis emfällt. Haaptsach de Valchen kann ërem meckeren…

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