Stoffwechselstörung

21. Februar 2018 17:57; Akt: 21.02.2018 19:32 Print

Diese haarigen Fotos sollen Frauen Mut machen

Ihr Leben lang wurde Leah Jorgensen wegen ihres Aussehens schikaniert. Ein Autounfall änderte dann aber plötzlich ihre Sicht auf die Dinge.

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Eine häufiges Symptom des Polyzystischen Ovarialsyndroms, einer hormonalen Erkrankung, ist ist das schnelle Wachstum von dicken, dunklen Haaren auf Gesicht und Körper. Betroffene Frauen greifen deshalb täglich zum Rasierer oder zu Wachsstreifen. Das kann zeitaufwändig und auch schmerzhaft sein.

Die Amerikanerin Leah Jorgensen leidet ebenfalls an der Krankheit. Ab dem Alter von 14 Jahren wurde Leah wegen ihres Aussehens schikaniert. Deshalb trug sie stets hochgeschlossene Pullover, um ihre Behaarung zu verdecken. In ihren Zwanzigern begann sie sich zu rasieren und verbrachte zahllose Stunden damit, die Haare von Kinn, Wangen, Oberlippe, Brust, Bauch, Armen, Beinen und Rücken zu entfernen. Nun hat sich die 33-Jährige jedoch dazu entschieden, ihre Körperbehaarung offen zur Schau zu stellen und verbreitet Fotos ihres Körpers auf Instagram. Mit den Aufnahmen will sie andere Frauen daran erinnern, dass sie mit der Krankheit nicht alleine sind.

Problem liegt nicht bei ihr

«In der Junior High School bemerkte ein Klassenkamerad die Haare auf meinem Gesicht. Fortan wurde ich ständig von einer Gruppe von Mädchen gehänselt. Ich fühlte mich beschämt und ängstlich und nicht mehr als Frau.» In den heißen Sommern trug sie Kapuzenpullis und schwitzte extrem. «Als mich die Leute auf meine warmen Klamotten ansprachen, sagte ich nur, dass sie mich in Ruhe lassen sollen», sagt Jorgensen. Im Laufe der Zeit ging es der jungen Frau psychisch immer schlechter: «Ich glaubte, dass ich meine Freunde verlieren und meine Familie mich verleugnen würde. Einen Job oder einen Freund zu finden, hielt ich für unmöglich. Ich dachte, dass ich ein einsames Leben führen müsse.»

Jorgensens Sichtweise änderte sich, als sie 2015 von einem Auto angefahren wurde. Damit sie operiert werden konnte, mussten die Sanitäter sie von ihrer Kleidung befreien. Zu ihrer Überraschung machten sich die Ärzte nichts aus ihrem Aussehen. «In diesem Moment dachte ich: Genug ist genug. Schluss mit dem Versteckspiel. Ich rasiere mich nicht mehr.» Plötzlich war ihre Scham weg. Mittlerweile trägt Jorgensen tief ausgeschnittene, ärmellose Oberteile und Röcke, die viel Bein zeigen. Ihr Gesicht rasiert sie noch immer, weil sie es rasiert schöner findet. «Das Problem lag nicht an den Haaren, sondern am Urteil der Menschen», weiß sie jetzt.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean am 21.02.2018 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Genau das ist es,das Urteil der Menschen,sch.... drauf.Die Frau ist schoen,so wie sie ist,und tut gut,sich nicht mehr zu verstecken

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean am 21.02.2018 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Genau das ist es,das Urteil der Menschen,sch.... drauf.Die Frau ist schoen,so wie sie ist,und tut gut,sich nicht mehr zu verstecken

    • brrr;;;;; am 22.02.2018 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      degulass

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