Angriff auf Casino in Manila

02. Juni 2017 16:30; Akt: 02.06.2017 16:29 Print

Dieser Mann tötete 36 Menschen

Ein Bewaffneter hatte in der phillipinischen Hauptstadt Manila um sich geschossen und Feuer gelegt. Trotz einem Bekenntnis des IS geht die Polizei nicht von Terror aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei einem Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila sind am Freitag mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei erstickten sie bei einem Brand, den der Angreifer gelegt hatte.

Der Mann starb dabei auch selbst. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei aus. Die Behörden vermuten, dass es sich um einen Einzeltäter handelte, der sich an dem Casino rächen oder es ausrauben wollte.

Die zahlreichen Leichen wurden erst mehrere Stunden nach Beginn des Überfalls im zweiten und dritten Stock der Anlage «Resorts World Manila» gefunden. Der Polizeichef der philippinischen Hauptstadt, Oscar Albayalde, sagte: «Nach unserer Beurteilung des Tatorts sind die 36 Toten erstickt.»

Rauch im Einkaufszentrum

Durch das Feuer hatte sich nach Angaben von Augenzeugen dichter Rauch entwickelt. Die Anlage, zu der auch ein großes Einkaufszentrum gehört, liegt in unmittelbarer Nähe von Manilas internationalem Flughafen.

In dem Komplex hatte ein bewaffneter Mann – angeblich ein Einzeltäter – gegen Mitternacht mit einem Schnellfeuergewehr um sich geschossen. Dabei traf er nach Angaben der Polizei aber nur Bildschirme und Fernseher. Er setzte auch Spieltische in Brand. Auf Menschen zielte er offenbar nicht. Dann zog er sich in ein Hotelzimmer zurück. Dort legte er dann offenbar den verhängnisvollen Brand, bei dem er auch selbst ums Leben kam. Zur Identität des Angreifers machte die Polizei keine näheren Angaben.

Offenbar ein Terrorakt

Auch viele Stunden nach dem Überfall war die Situation noch unübersichtlich. Mit seinen Schüssen hatte der Mann unter den Besuchern der Anlage Panik ausgelöst. Viele vermuteten offenbar einen Angriff mehrerer Terroristen und versuchten zu fliehen. Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, betonte jedoch: «Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war.»

Dela Rosa widersprach damit Behauptungen der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die den Überfall für sich reklamiert hatte.

Nach Angaben der Polizei war der Mann möglicherweise spielsüchtig und wollte sich an dem Casino rächen. Albayalde sagte im Radiosender DZBB: «Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht.» Nach Angaben der Polizei wurden in einem Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet rund zwei Millionen Euro entdeckt.

(L'essentiel/nag/fal/chk/dapd/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.