Gardette-LaPrete

26. April 2019 07:00; Akt: 26.04.2019 14:48 Print

Dieses Haus übertrifft jeden Horrorfilm

Ein Besucher betrat 1836 zufällig ein Haus in New Orleans. Er fand Szenen vor, wie wir sie heute nur aus Horrorfilmen kennen.

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Gardette-LaPrete ist eines der bekanntesten Häuser von New Orleans und ein sehr beliebtes Fotoobjekt im französischen Quartier. Einst war es Schauplatz von grausigen Morden, Folter und menschlichen Abgründen.

Bekanntes Haus mit kreolischer Architektur

Das Gebäude ist ein Musterbeispiel für kreolische Architektur, eine Mischung aus französischen und spanischen Einflüssen, die in Louisiana und Mississippi sehr verbreitet ist.

Gardette-LaPrete befindet sich an der 716 Dauphine Street, einer ruhigen Nebenstraße der lebhaften Bourbon Street. Besonders auffällig ist der handgearbeitete Balkon: Wie ein Netz spannt sich ein Geflecht aus Metall um die oberen Stockwerke

Schauplatz diverser Verbrechen

Und doch: Wären Sie 1836 an Gardette-LaPrete vorbeigegangen, es wäre Ihnen kaum der schöne Balkon oder die leuchtenden Farben des Hauses aufgefallen. So ging es angeblich auch einem unbekannten jungen Mann, der in dieser Zeit durch die Straßen schlenderte.

Was ihn zum Haus zog, war ein Geruch: der durchdringende, metallische Geruch von Blut. Neugierig soll der Unbekannte sich Zugang zum Haus verschafft haben und mit Szenen wie aus einem Horrorfilm konfrontiert worden sein.

Verstümmelt, blutig, geköpft

Verstreut über den Innenhof soll der Mann Dutzende von abgehackten Körperteilen gesehen haben: Männer, Frauen, Kinder – die Körper der Opfer seien so stark zerstückelt gewesen, dass es unmöglich festzustellen gewesen sei, welcher Körperteil zu wem gehört habe.

Anstatt zu flüchten, soll sich der Mann weiter umgesehen haben: In jedem einzelnen Zimmer im Gardette-LaPrete seien weitere Leichen gelegen, die Wände und Böden seien mit Blut bedeckt gewesen. Im Zentrum des Innenhofs soll eine einzelne Hand aus dem Boden gekommen sein – angeblich jemand, der lebendig begraben wurde und starb, als er versuchte, sich seinen Weg zur Oberfläche freizugraben.

Ermordeter Bruder eines Sultans

Dieser jemand soll der Bruder eines Sultans gewesen sein. Er sei kurz zuvor mit seiner gesamten Entourage in das Haus gezogen und habe rauschende Feste gefeiert. Feste, die auch im sehr offenen New Orleans für Getuschel gesorgt hätten.

Es gab Gerüchte über wilde Drogenpartys und Orgien, die hinter den dicken Vorhängen, die immer zugezogen gewesen seien, stattgefunden haben sollen. Die Nachbarn sollen sich über den Lärm beschwert haben – und über das Publikum, das hauptsächlich aus jungen, attraktiven Männern bestanden habe.

Theorien über die Morde

Aber wer tötete all die Teilnehmer der Partygesellschaft? Zuerst: Was wirklich in Gardette-LaPrete geschah, ist heute unklar. Es gibt diverse Aufzeichnungen über Nachbarn, die sich beschwerten, und Partys, die gefeiert wurden – ausgerechnet die Dokumente über Verbrechen gingen aber für diesen Zeitraum verloren.

Es gibt außerdem keine Aufzeichnungen über einen türkischen Sultan, der in die USA gezogen war. Und doch: Gardette-LaPrete ist ein beliebter Stopp auf Geistertouren.

(L'essentiel/mst)

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