Ermittlungen laufen

19. Oktober 2021 15:57; Akt: 19.10.2021 15:57 Print

Drei Beschuldigte nach Explosion in Leverkusen

In Leverkusen ereignete sich Ende Juli eine große Explosion auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Beschäftigte.

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Fast drei Monate nach der schweren Explosion im Leverkusener Chemiepark mit sieben Toten hat die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen gegen drei Beschuldigte aufgenommen. Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Dienstag gemeinsam mitteilten. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen bestehe der Verdacht, dass Abfall in einem Tank über der zulässigen Temperatur gelagert wurde.

Dadurch könnten sogenannte Selbsterwärmungseffekte eingetreten sein, die erst zu einem Anstieg der Temperatur und des Drucks und schließlich zur Explosion des Tanks geführt haben könnten. Es bestehe der Verdacht, dass sich restliche Abfallflüssigkeiten und Heizöl mit Luft vermischt hätten, wodurch der anschließende Brand entstanden sei.

Die drei Beschuldigten würden verdächtigt, ihre Sorgfaltspflicht verletzt zu haben. Auf Anordnung des Kölner Amtsgerichts seien am Dienstag Betriebsräume der betroffenen Firma sowie die Privaträume von vier Mitarbeitern durchsucht worden. Die für die Ermittlung benötigten Unterlagen seien freiwillig herausgegeben worden. Darüber hinaus wurden den Angaben zufolge Datenträger und Mobiltelefone beschlagnahmt.

«Unfall wird so umfassend wie möglich untersucht»

Die Betreiberfirma Currenta habe «großes Interesse» daran, dass die Ursachen des tragischen Explosionsunglücks vollumfänglich aufgeklärt würden, hieß es in einer Stellungnahme. Das Unternehmen arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen.

Die Klärung der Unfallursache werde sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. «Der Unfall wird so umfassend wie möglich untersucht», erklärte Currenta-Geschäftsführer Wolfgang Homey. «Daraus ziehen wir die notwendigen Konsequenzen für den zukünftigen sicheren Betrieb der Sonderabfallverbrennungsanlage in Bürrig.»

Bei der schweren Explosion mit einem anschließenden Großbrand waren am 27. Juli sieben Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden 31 Menschen verletzt. Laut Werksleitung ereignete sich die Explosion im Tanklager der Sondermüllverbrennungsanlage des Chemieparks, in der Produktionsrückstände der dort ansässigen Firmen gesammelt und entsorgt werden.

(L'essentiel/AFP/kle)

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