Emma Coronel Aispuro

23. Februar 2021 16:10; Akt: 23.02.2021 16:16 Print

Ehefrau war der Kopf hinter «El Chapos» Flucht

Sie ist die Frau von Drogenbaron Joaquín Guzmán und kennt das Drogengeschäft von klein auf. Jetzt ist die einstige Schönheitskönigin verhaftet worden. Die Vorwürfe wiegen schwer.

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Emma Coronel Aispuro, ehemalige Schönheitskönigin und Ehefrau des mexikanischen Drogenbarons Joaquín «El Chapo» Guzmán, ist in den USA verhaftet worden. Die 31-Jährige wurde am Flughafen Washington Dulles im Staat Virgina wegen Vorwürfen des internationalen Rauschgifthandels festgesetzt, gab das US-Justizministerium bekannt.

Coronel besitzt sowohl die mexikanische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Heute, Dienstag, soll sie vor einem Bundesgericht in Washington erscheinen. Ihr wird vorgeworfen, ihrem seit 2019 inhaftierten Ehemann bei der Führung seines milliardenschweren Drogenkartells geholfen zu haben. Gerichtsunterlagen zufolge überbrachte Coronel ihrem Ehemann zwischen 2012 und 2014 Nachrichten, die im Zusammenhang mit dessen Drogengeschäften und dem Schmuggel von Kokain, Meth und Heroin standen.

Sie soll Kopf hinter Sensationsflucht gewesen sein

Zudem habe sie «El Chapo» mehrfach geholfen, sich dem Zugriff der Behörden in Mexiko und den USA zu entziehen. Mehr noch: Coronel, die den doppelt so alten Drogenkönig mit 17 Jahren geheiratet hatte, soll der Kopf hinter der spektakulären Flucht gewesen sein, durch die «El Chapo» 2015 aus einem mexikanischen Gefängnis in die Freiheit entwischte.

Der Ablauf des Ausbruchs genießt einen zweifelhaften Legendenstatus: «El Chapo» war durch eine Öffnung unter seiner Dusche in der Zelle getürmt und über einen 1,6 Kilometer langen Tunnel entkommen, der eigens für ihn mit einem Motorrad auf Schienen ausgestattet war. Die Vorbereitungen seiner Flucht seien nicht nur akribisch, sondern auch teuer gewesen, erklärten Staatsanwälte. Und seine Frau habe bei alldem eine Schlüsselrolle gespielt.

Ansage an «El Chapos» Geliebte vor Gericht

Nachdem «El Chapo» der Polizei später wieder ins Netz ging, soll seine Frau an «Planungen eines weiteren Gefängnisausbruchs beteiligt» gewesen sein, wie das Justizministerium weiter mitteilte. Zugleich soll sie die mexikanische Regierung gedrängt haben, die Haftbedingungen für ihren Mann zu verbessern.

Guzmán alias «El Chapo» war im Januar 2017 an die USA ausgeliefert und 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Coronel hatte regelmäßig seinen Prozess besucht, obwohl Zeugen sie mit seinen Gefängnisausbrüchen in Verbindung brachten. Unvergessen der Auftritt einer Geliebten von «El Chapo», die als Zeugin der Anklage auftrat.

Als die Frau im Gerichtssaal ihre Liebe zum Drogenboss deklarierte, veranlasste Ehefrau Coronel, dass «El Chapo» am kommenden Tag ein gleichfarbiges Jackett anhatte wie sie selbst. Die Botschaft war klar: Wir gehören zusammen, du bist nur eine Geliebte. Nach «El Chapos» Verurteilung startete seine Frau eine Bekleidungslinie in seinem Namen.

«Sie kennt die Abläufe im Sinaloa-Kartell»

Am Drogenhandel sei Coronel beteiligt, «seit sie ein kleines Mädchen ist», sagte Mike Vigil, früherer Chef für internationale Operationen bei der US-Anti-Drogen-Strafverfolgungsbehörde. «Sie kennt die inneren Abläufe des Sinaloa-Kartells.» Es könnte sein, dass Coronel sich zur Kooperation mit den Behörden bereit erkläre, ergänzt Vigil. Eine große Motivation dafür seien ihre Zwillinge, die sie seit 2011 zusammen mit dem heute Inhaftierten hat.

Coronels Vater Inés Coronel Barreras ist ebenfalls in Drogenhandel verstrickt. 2013 wurden er, einer seiner Söhne und andere Männer in einem Lager mit großen Mengen Marihuana verhaftet. Monate zuvor hatte das US-Finanzministerium wegen seiner Drogengeschäfte Sanktionen gegen Coronels Vater verhängt.

Guzmáns Sinaloa-Kartell war während seiner 25 Jahre langen Herrschaft für den Schmuggel von Bergen von Kokain und anderen Drogen in die USA verantwortlich, wie aus jüngsten Gerichtsakten von Staatsanwälten hervorgeht. Demnach hatte seine «Armee der Killer» auch den Befehl, jede Person zu entführen, zu foltern und zu ermorden, die ihm und seiner Bande in die Quere kam.

(L'essentiel/gux)

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  • Immer das gleiche am 23.02.2021 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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