Ungeklärte Vaterschaft

04. April 2019 11:26; Akt: 04.04.2019 11:28 Print

Eineiige Zwillingsbrüder müssen für Kind bezahlen

Da bei eineiigen Zwillingen eine Vaterschaft kaum zu beweisen ist, wollten zwei Männer sich vor ihrer Verantwortung drücken. Ein Richter ließ das aber nicht gelten.

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Der Schuss ging für Fernando und Fabricio* nach hinten los. Die eineiigen Zwillinge aus Cachoeira Alta im brasilianischen Bundesstaat Goiás meinten, mit einem Trick sich ihrer Elternverantwortung entziehen zu können. Doch nun werden die beiden dafür bestraft.

Fernando und Fabricio nutzten ihr exakt gleiches Aussehen, um verschiedene Frauen zu treffen. Kurz nachdem Fernando die 25-jährige Valeria* bei einer Party kennen gelernt hatte, soll auch Fabricio sich einige Male mit ihr getroffen haben. «Fernando erzählte mir damals schon, dass er einen Zwillingsbruder hat. Doch zu jenem Zeitpunkt machte ich mir keine Gedanken darüber», sagte Valeria dem brasilianischen Portal O Globo. Auch nicht, als ihr Freund sie ab und zu mit einem gelben Motorrad abholte, das eigentlich Fabricio gehörte.

«Böse Absichten» seien klar, meint der Richter

Als Valeria schwanger wurde und Fernando darüber informierte, erzählte dieser, dass auch sein Bruder etwas mit ihr gehabt habe. Nachdem das Kind zur Welt gekommen war, stellte Valeria im Jahr 2017 Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Aber an wen? Fernando behauptete, Fabricio sei wohl der Vater des Kindes, sein Bruder machte Fernando dafür verantwortlich.

Ein DNA-Test brachte keine Lösung des Problems, weil das Genom von eineiigen Zwillingen identisch ist. Tatsächlich zeigte der Test, dass sowohl Fernando als auch Fabricio mit 99,9 Prozent Wahrscheinlichkeit der Vater von Valerias Tochter seien. Man hätte noch eine spezifischere Untersuchung durchführen können, doch auch dieser Test wäre nicht schlüssig, da eine der untersuchten Personen Genmutationen aufweisen müsste. Zudem kostet der sogenannte Twin-Test umgerechnet über 15.000 Euro, und keine der Parteien konnte sich das leisten.

Darum hat Richter Filipe Luís Peruca nun entschieden, dass beide Männer Alimente an Valerias Kind zahlen müssen. «Es ist offensichtlich, dass die beiden seit der Pubertät die Tatsache, dass sie eineiige Zwillinge sind, zu ihren Gunsten ausgenutzt haben. Unter anderem, um Frauen aufzureißen oder um sich betrügerisch zu verhalten», sagte der Richter. Dass sie sich in Bezug auf die Vaterschaft gegenseitig die Schuld zuwiesen, sei ganz klar «ein feiges Verhalten mit bösen Absichten» gewesen.

* Die Familiennamen der Protagonisten dieser Geschichte werden von der brasilianischen Justiz geheim gehalten.

(L'essentiel/kle)

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  • ag am 04.04.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    e salomonecht urdeel.

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