Minneapolis-Officer

29. Mai 2020 17:57; Akt: 29.05.2020 18:02 Print

«Er ließ mich blutend liegen»

Der Polizist, der George Floyd minutenlang mit dem Knie würgte, soll schon 2008 um ein Haar einen Afroamerikaner getötet haben.

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Der weiße Polizist, der den Afroamerikaner George Floyd so lange das Knie in den Hals drückte, bis dieser das Bewusstsein verlor und anschließend im Krankenhaus verstarb, soll schon einmal um ein Haar einen Menschen umgebracht haben. Das berichtet die amerikanische News-Plattform Daily Beast.

Demnach soll der Polizist bereits 2008 bei einem Polizeieinsatz zu übertriebener Gewalt geneigt haben – ebenfalls gegenüber einem Afroamerikaner. Das erzählt Ira Latrell Toles, der 2008 in den Einsatz involviert war. Toles, der wie der verstorbene George Floyd aus Minneapolis kommt, wurde während des Einsatzes übel zusammengeschlagen und, als er sich dagegen wehrte, in den Bauch geschossen.

Aus nächster Nähe geschossen

Die Polizei soll damals wegen häuslicher Gewalt ausgerückt sein. Toles wurde in diesem Punkt später auch von einem Gericht für schuldig befunden. Der Polizist sei ohne weitere Ankündigung ins Badezimmer gestürzt und habe angefangen, auf ihn einzuprügeln, sagt Toles.

«Ich konnte nur annehmen, dass es sich bei ihm um einen Polizisten handelte», so Toles. «Er hat sich weder vorgestellt noch mir einen Befehl gegeben. Er hat mich bloß mit seiner Waffe geschlagen.» Offenbar soll sich Toles zur Wehr gesetzt haben und nach der Waffe des Polizisten gegriffen habe – worauf dieser auf ihn geschossen habe. Toles hat bis heute ein fingergroßes Loch im Bauch. An den Schuss erinnert er sich nicht mehr.

Blutend liegen gelassen

«Ich erinnere mich nur noch daran, wie sich mich aus der Wohnung führten, wo ich im Eingangsbereich kollabierte. Sie ließen mich blutend liegen, bis die Ambulanz kam», so Toles. Er ist sich sicher: «Der Polizist versuchte, mich umzubringen.»

Toles erhebt schwere Vorwürfe der Polizeibehörde gegenüber: «Hätte man den Polizisten aus dem Verkehr gezogen nach dem Vorfall mit mir, wäre George Floyd noch am Leben.» Er habe immer gewusst, dass der Polizist so etwas nochmals tun werde.

«Ich kann nicht atmen»

George Floyd verstarb am Montagabend nach einem Polizeieinsatz. Ein weißer Polizist drückte sein Knie mehrere Minuten lang an Floyds Hals, der wiederholt um Hilfe flehte, bevor er das Bewusstsein verlor. Wiederholt sagte der Afroamerikaner: «Ich kann nicht atmen.» Er starb kurz danach in einem nahen Krankenhaus. Die insgesamt vier involvierten Polizisten wurden entlassen.

In der Folge kam es zu teilweise gewalttätigen Demonstrationen in und rund um Minneapolis. Die schwarze Community sieht im Vorfall einen weiteren Beweis für die strukturelle Staatsgewalt an schwarzen US-Bürgern. Donald Trump droht mit der Nationalgarde, sollten sich die Unruhen nicht legen.

(L'essentiel/Reto Heimann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry am 29.05.2020 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Afro-Amerikaner machen nicht mal 20% der US-Bevölkerung aus, aber sind verantwortlich für mehr als 60% der begangenen Straftaten insgesamt!!! All dass ist belegbar. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

  • Get your facts right am 03.06.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    @Jerry : Das ist nicht wahr. 13 % der Insassen in US-Gefängnissen sind Afro-Amerikaner. 64 % Weiße, 16 % sogenannte Hispanics. Quelle : uscensus und prisonpolicy

  • Phil am 31.05.2020 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass schon hefteg an absolut déplacéiert, wat dee Polizist sech do erlaabt huet. Hien wärt dofir och zu Rechenschaft gezun an bestroft gin. Et rechtfäertegt awer zou kengem Zäitpunkt déi iwwerdriwwen Reaktiounen vun Brandstiftung, Plünderungen etc. vun der opgebruechter Bevölkerung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Get your facts right am 03.06.2020 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    @Jerry : Das ist nicht wahr. 13 % der Insassen in US-Gefängnissen sind Afro-Amerikaner. 64 % Weiße, 16 % sogenannte Hispanics. Quelle : uscensus und prisonpolicy

  • Phil am 31.05.2020 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass schon hefteg an absolut déplacéiert, wat dee Polizist sech do erlaabt huet. Hien wärt dofir och zu Rechenschaft gezun an bestroft gin. Et rechtfäertegt awer zou kengem Zäitpunkt déi iwwerdriwwen Reaktiounen vun Brandstiftung, Plünderungen etc. vun der opgebruechter Bevölkerung.

  • Jean Muller am 29.05.2020 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der nette Polizist war schon lange vorher für seine Brutalität - inklusive Mord bekannt: "was involved in a fatal accident in 2005, killed Wayne Reyes in 2006, shot another man while in uniform in 2008, and had a litany of complaints against him" Aber wie in den USA üblich kamen er und 2 Dutzend gleichgesinnter Kollegen ohne Folgen davon! Noch ein Sahnehäubchen: er und sein aktuelles Opfer haben über längere Zeit in einer Bar zusammen als Türsteher gearbeitet..

  • Jerry am 29.05.2020 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Afro-Amerikaner machen nicht mal 20% der US-Bevölkerung aus, aber sind verantwortlich für mehr als 60% der begangenen Straftaten insgesamt!!! All dass ist belegbar. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.