Galaxis Messier 51

27. Oktober 2021 07:56; Akt: 27.10.2021 08:07 Print

Erster Planet fern der Milchstraße entdeckt

Das NASA-Weltraumteleskop Chandra hat vermutlich erstmals einen Planeten außerhalb unserer Galaxie entdeckt. Das eröffnet weitere Möglichkeiten in der Exoplaneten-Forschung.

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Es gibt offenbar Hinweise auf einen Planeten außerhalb der Milchstraße. Die Entdeckung machte das 1999 gestartete Röntgenteleskop Chandra X-Ray in der Galaxie Messier 51, kurz M51. Diese wird wegen ihrer Erscheinung auch «Whirlpool-Galaxis» genannt.

Bisher wurden Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – ausschließlich in unserer eigenen Galaxis entdeckt, lagen also weniger als 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt in der Milchstraße. Der neu entdeckte Planet ist hingegen laut der NASA rund 28 Millionen Lichtjahre von der Erde weg, was einem mehrtausendfachen der bisherigen Maximalentfernung entspricht.

Anhand der Röntgenstrahlung gefunden

Für ihre Entdeckung nutzten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine neue Methode. Bisher wurden alle Exoplaneten dadurch gefunden, dass sie jeweils kleine Lichteinbrüche bei «ihrem» Stern verursachten, wenn sie vor diesem vorüberflogen. Aus den Charakteristiken dieser Lichtveränderungen konnten Rückschlüsse auf Größe und Entfernung des Himmelskörpers gezogen werden. Der nun mutmaßlich entdeckte Planet hingegen wurde aufgrund von Einbrüchen bei der Röntgenstrahlung gefunden.

Bestätigung erst in rund 70 Jahren möglich

«Wir versuchen, ein ganz neues Feld für die Suche nach anderen Welten zu erschließen, indem wir bei Röntgenwellenlängen nach Planetenkandidaten suchen», erklärt Studienleiterin Rosanne Di Stefano vom Center for Astrophysics am Harvard & Smithsonian (CfA) in Cambridge, Massachusetts, zur neuen Studie. «Dies ermöglicht es uns, Exoplaneten auch in anderen Galaxien zu finden.» Der nun entdeckte Planet in der Whirlpool-Galaxis verdunkelte ein Schwarzes Loch oder einen Neutronenstern, der geschätzte 20-mal größer ist als unsere Sonne.

Um diese Beobachtung eines neuen Exoplaneten allerdings zu bestätigen, müsste allerdings ein weiterer Vorbeiflug beobachtet werden. Und da der Orbit des Forschungsobjektes um seinen Stern rund 70 Jahre dauert, müssten die Forschenden dafür viel Geduld aufbringen. «Leider müssten wir für die Bestätigung dafür, dass wir einen Planeten gesehen haben, einen weiteren Transit sehen», sagt Mitautorin Nia Imara. «Und wegen der Unsicherheit bezüglich der Dauer des Orbits wüssten wir nicht, wann wir genau hinschauen müssen.»

Stürmische Vergangenheit, bedrohliche Zukunft

Falls der neu entdeckte Planet in M51 tatsächlich existiert, hätte er laut NASA eine «stürmische und gewaltsame» Vergangenheit: Er müsste eine Supernova-Explosion überlebt haben, die den Neutronenstern oder das Schwarze Loch in der Galaxis erschaffen hatte. Auch die Zukunft des Himmelskörpers wäre laut den Forschenden unsicher: Irgendwann könnte auch der Stern im System explodieren und den Planeten mit extrem hoher Strahlung treffen.

Die Forscher und Forscherinnen sind jedoch zuversichtlich, anhand der von Chandra gesammelten Daten weitere Planeten entdecken zu können. Das Teleskop sammelte Daten von mindestens 20 Galaxien, darunter solche, die wesentlich näher liegen und kürzere Transit-Zeiten eines Planeten erkennbar machen würden.

(L'essentiel/trx)

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