Erdbeben auf Kreta

27. September 2021 22:35; Akt: 27.09.2021 22:38 Print

«Es fühlte sich an wie ein Zug vor unserem Zimmer»

Bei dem Erdbeben auf Kreta verlor mindestens ein Mann sein Leben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Reisende und Anwohnerinnen und Anwohner stehen unter Schock.

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Mit einer Stärke von 5,8 erschütterte ein Erdbeben am Montagmorgen die griechische Insel Kreta. Fast 1000 Häuser wurden beschädigt, eine Person getötet und mindestens 24 Personen verletzt. Der 65-jährige Arbeiter, Iakovos Tsagarakis, starb, als die Kuppel einer Kirche durch das Erdbeben einstürzte und den Mann unter sich begrub, schreibt «The Sun». Sein Sohn konnte verletzt aus den Trümmern geborgen werden. «Der Verstorbene wurde erst vor kurzem Großvater», erzählt der Bürgermeister Minas Stavrakakis. Nachbarn erzählen, Tsagarakis sei gerade dabei gewesen, mit den anderen Arbeitern und Arbeiterinnen in der Kirche Schäden von früheren Erdbeben zu beheben.

Auf Kreta kommt es immer wieder zu Erdbeben. Experten sagen aber, dass das Beben am Montag besonders zerstörerisch war. Grund dafür ist, dass es sehr nahe der Erdoberfläche war und lange anhielt. Etliche starke Nachbeben ließen die Insel im Laufe des Tages erzittern und verstärkten den Schaden.

Leserin spürt drei Nachbeben

Das Erdbeben miterlebt hat auch die Tirolerin Jasmin (56), die ihre Ferien auf Kreta verbringt. «Das erste Beben war extrem stark zu spüren. Nur kurz darauf gab es immer wieder schwächere Nachbeben. Ich selbst habe allein drei wahrnehmen können», sagt Jasmin zu «Heute». In ihrem Hotel in Malia hat sie noch keine Schäden entdeckt. Sie entschied sich darum, ihre Ferien fortzusetzen.

«Es fühlte sich an wie ein Zug vor unserem Zimmer, alles begann zu zittern», erzählt die 24-jährige Mutter Sofia Meadowcroft aus Großbritannien gegenüber «The Sun». Sie habe aber schnell gemerkt, dass es in der Nähe des Hotels in Heraklion, wo sie zur Zeit wohnt, keine Züge gibt. «Das Kopfteil des Bettes schlug gegen die Wand, dann bewegte sich das Bett und meine Parfümflasche fiel auf den Boden und zerschellte», sagt sie weiter. «Zum Glück war meine Tochter im Kinderwagen. Sie hätte durch das starke Beben auf den Boden fallen können, wäre sie nicht angeschnallt gewesen. Ich hatte am Anfang wirklich Angst, ich wusste nicht, was los war», erzählt die Mutter.

Gesamtes Hotel an den Strand evakuiert

Das gesamte Hotel sei an den Strand evakuiert worden, sagt Sofia. Viele Leute frühstückten, als das Beben begann. Mittlerweile seien die Gäste wieder hineingelassen worden. Das Restaurant sei aber wegen der Glassplitter geschlossen und ihr beschädigtes Zimmer abgesperrt.

Berichten zufolge wurde eine Person im Dorf Patsideros in ihrem eigenen Haus und eine Gruppe von Menschen in einer Apotheke von den Trümmern eingeschlossen. Auf Twitter schreibt ein Einheimischer «Okay, das war interessant. Als wir gerade mit dem Frühstück fertig waren, hörte es sich an, als würde ein Lastwagen durch die Wand fahren und alles wackelte.» «Ich zittere so sehr. Das war das heftigste und gruseligste Erdbeben, das ich je miterlebt habe», schreibt ein anderer Anwohner.

«Wie ein Blitz aus heiterem Himmel»

Griechische Wissenschaftler bezeichnen das Beben als «unerwartet stark» und Ethymios Lekkas, Professor der Universität in Athen, sagt: «Dieses Beben war wie ein Blitz aus heiterem Himmel.»

Am schlimmsten traf das Erdbeben das Dorf Akalochori. Rund 80 Porzent der Häuser erlitten Schäden. Die Behörden warnen die Leute davor, in beschädigte Häuser zurückzukehren, bevor diese untersucht werden können. Es wurden Zelte für die rund 2500 betroffenen Menschen aufgestellt.

(L'essentiel/Angela Rosser)

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