Vermisste 2-Jährige

08. Dezember 2019 14:17; Akt: 08.12.2019 14:24 Print

Ex-​​Ermittler von Maddie-​​Fall muss ins Gefängnis

Lange galt Paulo Cristovao als scharfer Kritiker von Maddie McCanns Eltern. Jetzt wurde er zu 7,5 Jahren Haft verurteilt, weil er an illegalen Hausdurchsuchungen beteiligt war.

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Ein portugiesischer Ex-Polizist, der auch im Fall Maddie McCann ermittelt hat, ist am Freitag zu einer 7,5-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Paulo Pereira Cristovao war vorgeworfen worden, in zwei gewaltsame Einbrüche in Portugal involviert gewesen zu sein, wie britische Medien berichten. Er soll eine Schlüsselfigur in einer organisierten Bande gespielt haben, indem er Informationen über Opfer und ihre Häuser weitergeleitet hat.

Cristovao gab zwar zu, in die Einbrüche involviert gewesen zu sein, bestritt jedoch, dass er Chef der Bande war. Gegen das Urteil legte er Berufung ein, bis zu deren Verhandlung bleibt er auf freiem Fuß. Sein Verteidiger erklärte, dass Cristovao die rund 11.000 Euro, die er nach einer der Durchsuchungen erhalten hatte, an ein Opfer zurückgegeben habe.

Zwei Polizisten zu 16 und 17 Jahren Gefängnis verurteilt

Insgesamt wurden wegen der Einbrüche 17 Personen angeklagt. 16 von ihnen wurden verurteilt. Die Fälle gehen auf das Jahr 2014 zurück. Polizisten drangen damals mit gefälschten Durchsuchungsbefehlen in die Häuser ein, um Geld und Wertsachen zu stehlen. In einem Fall wurden ein Paar und dessen Tochter entführt. Die Beschuldigten erbeuteten mehr als 130.000 Euro.

Zwei involvierte Polizisten wurden zu 16 und 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein mutmaßlicher Anführer einer Hooligan-Gruppierung, der bereits in Haft sitzt, wurde zu sechs Jahren und vier Monaten verurteilt. Er soll von Cristovao Instruktionen erhalten und sie an einen Verwandten weitergeleitet haben. Dieser brachte die anderen involvierten Beamten schließlich dazu, die illegalen Hausdurchsuchungen durchzuführen.

Kritik an Maddies Eltern

Cristovao war erst kürzlich noch in der Netflix-Dok über den Fall Maddie zu sehen gewesen. An den Eltern des bis heute vermissten Mädchens übte er stets scharfe Kritik. Er forderte gar, dass sie verhaftet werden, weil sie ihr Kind in dem Ferienhaus allein gelassen hatten. In einem Buch, das er 2008 veröffentlicht hatte, schrieb er, dass Maddie tot sei und ihre Leiche im Meer versenkt worden ist.

Die damals 3-Jährige verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Küstenort Praia da Luz. Die Eltern waren zu dieser Zeit mit Freunden in einem Restaurant, das rund 50 Meter von der Ferienwohnung entfernt lag. Madeleine war mit ihren beiden zweijährigen Geschwistern allein. Seither fehlt von ihr jede Spur. Was damals passierte, ist unklar. Auch die Eltern wurden zwischenzeitlich verdächtigt, die Finger im Spiel gehabt zu haben.

(L'essentiel/vro)

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