Unfall auf Bali

07. September 2018 12:46; Akt: 07.09.2018 12:46 Print

Facebook-​​Post rettet Touristen das Leben

Mikey Lythcott und seine Reisegefährtin kommen im indonesischen Bali mit dem Scooter von der Straße ab. Den Unfall überleben sie nur dank Facebook.

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Normalerweise postet der Reisenarr Mikey Lythcott Ferienbilder in den sozialen Netzwerken. Ende August jedoch bekamen seine Freunde einen etwas anderen Eintrag zu sehen: «Hilfe. In Gefahr. Ruft Polizei.»

Was war passiert? Der 36-jährige Amerikaner, der seit einiger Zeit in Portugal lebt, war mit seiner Reisegefährtin Stacey Eno auf der indonesischen Insel Bali unterwegs. Die Reisenden hatten sich im Februar in Thailand kennen gelernt, die gemeinsamen Spontan-Ferien waren erst gerade sieben Stunden jung.

Mit dem Scooter die Böschung hinunter

Kaum in Bali angekommen, fuhren die beiden mit einem gemieteten Scooter los, doch die Spritztour in der bergigen Landschaft fand ein jähes Ende. In einer Kurve versagten die Bremsen. Lythcott und Eno kamen von der Straße ab und fielen die Böschung hinunter. Als der Mann das Bewusstsein wiedererlangte, war es bereits dunkel.

«Mein Rücken fühlte sich gebrochen an», erinnert sich Lythcott gegenüber CNN, «und mit jeder Bewegung rutschte ich weiter den Hang hinab.» Auch Eno hatte große Mühe, sich zu bewegen, und als Lythcott sein Handy mit der indonesischen SIM-Karte nicht finden konnte, beschlich ihn ein schrecklicher Gedanke: «Ich werde hier sterben.»

SOS-Ruf per Smartphone

Zum Glück hatte er sein zweites Smartphone beim Sturz nicht verloren, also entsandte er auf Facebook einen SOS-Ruf und wartete in der Ungewissheit. Im fernen New Yorker Stadtteil Brooklyn war Aimee Sparks online. Sie zählte seit 15 Jahren zu den Freunden des Globetrotters und reagierte sofort, als sie den Eintrag sah.

«Ich rief ihn umgehend an, und er klang sehr verletzt.» Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei klar geworden, dass Lythcott ernsthaft in Not und nicht bloß sein Handy geklaut oder sein Account gehackt worden war. Dann kam das soziale NEtzwerk in Bewegung: Ein Kollege in Los Angeles ortete die Verunglückten anhand von Karten in der Nähe eines Wasserfalls, ein Bekannter in Prag suchte die Nummern des Konsulats heraus, und ein Freund in Holland verständigte die örtliche Polizei.

Mit Schädelbruch ins Krankenhaus

Nach gefühlten drei bis vier Stunden, so erinnert sich Lythcott an seine lebensbedrohliche Lage, seien die Rettungskräfte angerückt. Obschon die Verunglückten ein beachtliches Stück unterhalb der Straße lagen, gelang die Bergung. Im Krankenhaus wurden bei Lythcott eine Schädelfraktur, ein Bruch des Handgelenks und eine Bauch-Perforation festgestellt und behandelt.

Eno hatte sich beide Kieferknochen und die Nase gebrochen, sowie die Zunge verletzt. Während Lythcott am Montag aus dem Krankenhaus in Bali entlassen wurde, reiste Eno bereits wieder heim. Die missglückte Reise beschrieb sie als «wilden Trip».

Die beiden Freunde sind überglücklich über das glimpfliche Ende ihrer Reise. Nun bereiten ihnen die Arztrechnungen etwas Kopfzerbrechen. Mittlerweile haben Lythcott und Enosie einen Sammelaufruf ins Netz gestellt.

(L'essentiel/mat)

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