Kunsthandel

01. September 2021 15:50; Akt: 01.09.2021 15:51 Print

Falsches Banksy-​​Bild für 300.000 Dollar verkauft

Ein Händler freute sich, als er das vermeintlich erste NFT-Kunstwerk des Künstlers Banksy ersteigerte. Für die Geschichte, die folgte, hat der Käufer noch immer keine Erklärung.

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Die Welt der sogenannten NFTs ist für viele Außenstehende schwierig nachzuvollziehen und immer wieder tauchen kuriose Geschichten auf, die mit dem Handel mit diesen Non Fungible Tokens (nicht austauschbare Tokens) zu tun haben. Die jüngste Geschichte, die im Internet die Runde macht, übertrifft aber bei Weitem alles Seltsame, was NFTs bisher hervorgebracht haben.

Hauptakteur dieser Geschichte ist eine anonyme Person, die sich im Online-Raum nur Pranksy nennt. Laut seinem Twitter-Profil ist er ein Liebhaber und Sammler von seltenen NTFs. Wie sein Name vermuten lässt, ist er aber auch ein Fan des britischen Street-Art-Künstlers Banksy. Daher freute sich der Händler umso mehr, als er über das soziale Netzwerk Discord erfuhr, dass der Künstler Banksy auf seiner offiziellen Website eine Online-Auktion für sein angeblich erstes NFT-Kunstwerk abhält.

Erste Zweifel kommen auf

Wie Pranksy der BBC erzählt, hat er sogleich eine große Menge der Kryptowährung Ethereum für das NFT geboten. Tatsächlich handelte es sich um rund 100 Ethereum – also rund 300.000 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt war das Angebot rund 90 Prozent höher als alle bisherigen Angebote.

Weniger als eine Stunde später wurde das Gebot von Pranksy bereits angenommen und die Auktion beendet. Dass dies so schnell gegangen sei, habe Pranksy zum ersten Mal stutzig gemacht und den Verdacht geweckt, dass er einem Scammer auf den Leim gegangen sein könnte. Auch die Tatsache, dass die Auktion gleich darauf von der Banksy-Website verschwand, beruhigte den Käufer nicht.

Kurze Zeit später bestätigte sich sein Verdacht. So teilte das Team um Banksy mit, dass der Künstler bisher keine NFTs für seine Kunstwerke verkaufe und auch keine NFT-Kunstwerke erstelle. Somit war für Pranksy klar, dass jemand die Banksy-Website gekapert haben musste, um die falsche Auktion abzuhalten.

Geld unerwartet zurückbezahlt

Beim Handel mit Kryptowährungen ist es schwierig bis unmöglich, eine einmal getätigte Zahlung zurückzuziehen. Daher sah sich Pranksy gezwungen, sich mit dem Verlust der 300.000 Dollar abzufinden. Dann nahm die Geschichte jedoch eine unerwartete Wendung. Denn auf einmal erhielt Pranksy die Meldung, dass ihm die 100 Ethereum-Coins zurückbezahlt worden seien – abzüglich einer Gebühr von rund 5000 Dollar.

«Das war völlig unerwartet», so Pranksy zur BBC. Weshalb der Betrüger das Geld zurückbezahlt hat, bleibt ein Mysterium, da er seiner Rückzahlung keinerlei Nachricht angehängt hat. «Vielleicht liegt es daran, dass ich mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen bin», mutmaßt Pranksy. Er kann sein Glück aber kaum fassen: «Bei vielen anderen haben ähnliche Situationen völlig andere Ausgänge gehabt.»

Das Mysterium bleibt

Viele Fragen bleiben also offen. Einige Internet-Nutzerinnen und -Nutzer, die die Geschichte mitverfolgt haben, vermuten, dass vielleicht doch Banksy hinter der ganzen Sache steckt und es sich um einen Publicity-Stunt handelt. Denn der Künstler ist für schräge und unerwartete Gags bekannt (man erinnere sich an das geschredderte Auktions-Bild). Dem widerspricht aber die vehemente und klare Aussage des Banksy-Teams, dass der Künstler nichts damit zu tun habe.

Andere vermuten, dass der Käufer Pranksy selbst seine Hand im Spiel hatte. Schließlich setzt sich sein Benutzername aus den Wörtern Prank (Englisch für Streich) und Banksy zusammen. Über Twitter weist Pranksy diese Anschuldigungen von sich. «Ich würde niemals eine mögliche, zukünftige Beziehung mit Bansky oder einem anderen guten Künstler aufs Spiel setzen, indem ich jemanden dafür bezahle, seine Website zu hacken und NFTs von mir selbst zu kaufen. Was für ein seltsamer Tag!»

Die plausibelste Erklärung scheint, dass der Hacker und die Person, die Pranksy via Discord über die NFT-Auktion informiert hat, ein und dieselbe Person sind. Denn nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei der ganzen Sache um einen Betrug handelte, hatte Pranksy diese Person auf Twitter gesucht und auch gefunden. «Möglicherweise hat sie kalte Füsse bekommen, als ich ihr gefolgt bin», mutmaßt der Online-Händler.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Valchen am 01.09.2021 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konscht. Auto. Krypto. An Alles get fantastesch Sommen “investéiert” well d’Währungen aus der Gelddrock Maschine néischt méih wert Sin! Dann kénnen Sou Auswüchse Schonns mool passéieren! Hun déi längsten Zéit probéiert, Éen vun Méngen Hénn, en Champion, fier €100.000 ze verkaafen! Huet net sou Richteg geklappt, bis Éch Een géint 4 Hinger getosch hun, à €25.000/Stéck! :-// Whatever makes tou Happy! ;-))

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  • Valchen am 01.09.2021 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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