Entführungsfall

24. September 2021 07:05; Akt: 24.09.2021 07:08 Print

Familien einigen sich – Eitan bleibt in Israel

Der Fall Eitan geht in die nächste Runde. Der einzige Überlebende der Tragödie von Mottarone bleibt vorerst bei seinem Großvater.

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Im mutmaßlichen Entführungsfall um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden der Seilbahn-Katastrophe vom Lago Maggiore, gibt es eine vorläufige Entscheidung: Der Sechsjährige bleibt bis zur Fortsetzung eines Verfahrens am Familiengericht in Tel Aviv am 8. Oktober in Israel.

Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag unter Berufung auf die Anwälte seiner Tante Aya Biran-Nirko. Aus Justizkreisen hieß es laut Ansa, Eitan werde bis dahin die Hälfte der Zeit bei den Verwandten mütterlicherseits verbringen, die andere Hälfte bei der aus Italien angereisten Biran-Nirko.

Der sechsjährige Eitan, der bei dem Unfall am Pfingstsonntag beide Eltern, den kleinen Bruder und zwei Urgroßeltern verloren hatte, war vor knapp zwei Wochen von seinem Großvater mütterlicherseits heimlich und entgegen einer richterlichen Anordnung nach Israel geflogen worden.

Eitans Tante aus Italien, Aya Biran-Nirko, sagte beim Betreten des Gerichtssaals: «Ich möchte Eitan wieder heim holen. Ich bin sehr besorgt um ihn, ich will ihn so schnell wie möglich nach Hause bringen.»

«Eitans Rückkehr nach Italien scheint dringender denn je»

In der vergangenen Woche gaben die Verwandten mütterlicherseits in Israel etliche Interviews und erklärten, zum Wohle des Kindes gehandelt zu haben. Eitan sei in Italien nicht die nötige physische und psychische Hilfe zugekommen, behaupteten sie.

Die israelischen Anwälte der Familie väterlicherseits äußerten sich ihrerseits besorgt: «Die Rückkehr Eitans in sein Haus in Italien scheint dringender denn je», sagten sie laut Ansa.

Die Staatsanwaltschaft der italienischen Stadt Pavia ermittelt gegen den Großvater wegen Kindesentführung. Eitans Großmutter und laut Medienberichten auch ein weiterer Mann stehen ebenfalls unter Verdacht. Der Mann habe den Großvater und den Jungen in einem gemieteten Auto von Pavia in die Schweiz gefahren, von wo sie nach Tel Aviv flogen, schrieb die Tagezeitung «Corriere della Sera» am Sonntag.

(L'essentiel/dpa/fos)

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