Russland

06. Dezember 2019 15:32; Akt: 06.12.2019 15:35 Print

Flüchtlinge mit Fake-​​Grenzübergang reingelegt

Ein Schleuser in Russland versprach vier Flüchtlingen aus Sri Lanka, dass er sie für 10.000 Euro über die Grenze nach Finnland bringt. Dort kamen die Männer aber nie an.

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(Bild: zVg)

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Das Spiel mit dem Leid von Flüchtlingen nimmt immer absurdere Formen an – jetzt errichtete ein Schlepper einen falschen Grenzposten, um vier Flüchtlinge reinzulegen.

Der Schlepper nahm per Internet Kontakt zu vier Männern aus Südasien auf und versprach ihnen, sie über die Grenze nach Europa zu bringen. Dafür forderte er von den Flüchtlingen 10.000 Euro. Die Männer trafen sich im Norden Russlands in einem Wald mit dem Schmuggler. Dann führte sie der Schleuser stundenlang um einen See herum, anschließend mussten sich die Männer durch ein Dickicht kämpfen. Dann erreichten sie den vermeintlichen Grenzposten. «Jetzt seid ihr in Europa», teilte der Schlepper mit und verschwand.

Flüchtlinge glaubten, sie sind in Europa

Die vier Männer aus Sri Lanka ahnten nichts Schlimmes, übergaben die geforderte Summe, passierten den Schlagbaum und gingen weiter. Sie nahmen an, bereits in Finnland zu sein. Dann das böse Erwachen: Nur kurz später standen russische Grenzposten vor ihnen. Erst dann checkten die Flüchtlinge, dass sie die russisch-finnische Grenze nie überquert haben und das der Grenzposten gefälscht war. Die Schlepper hatten sich offenbar im Internet inspirieren lassen und einen Grenzposten nachgebaut. Die vier Flüchtlinge wurden verhaftet und sollen in ihre Heimat abgeschoben werden. Auch für den Schlepper klickten die Handschellen: Ihm droht ein Verfahren wegen Betrugs. Der Georgier ist selbst erst seit wenigen Jahren in Russland, er wird im Gegensatz zu seinen Opfern, seine Heimat wohl nicht sobald wiedersehen.

Die Polizei teilte unterdessen mit, dass diese Form des Betrugs der Behörde zum ersten Mal begegnet sei. «Im Durchschnitt verhaften wir jedes Jahr 600 Personen, die versuchen, die Grenze zu Finnland oder Estland illegal zu überqueren», so ein Pressesprecher.

(L'essentiel)

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