Alternative zum PCR-Tests?

19. September 2021 14:11; Akt: 19.09.2021 14:16 Print

Forscher wollen Corona im Schweiß nachweisen

Mit Spucktests oder mithilfe eines Abstrichs: So wird in der Regel geprüft, ob eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorliegt. In Zukunft könnte sich das ändern.

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Ständig sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Suche nach neuen Methoden, um den Coronavirus auf die Schliche zu kommen. Ein Team aus Thailand arbeitet derzeit an einer neuen Vorgehensweise, mithilfe derer Sars-CoV-2 in Achselschweiß zuverlässig nachgewiesen werden soll.

Dazu untersuchten sie den Schweiß von Markthändlern und Markthändlerinnen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok, die in der Regenzeit bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders ins Schwitzen kommen. «Durch die Proben haben wir herausgefunden, dass Corona-Infizierte ganz bestimmte Chemikalien ausscheiden», sagte Professor Chadin Kulsing von der Chulalongkorn-Universität in Bangkok.

«Wir haben diese Erkenntnis genutzt, um ein Gerät zu entwickeln, das die speziellen, von Bakterien hervorgerufenen Gerüche im Schweiß von Corona-Patienten belegt,» fügte Chadin hinzu. Die Forschenden haben dazu ein Messgerät umfunktioniert, das normalerweise zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt genutzt wird. Nach Angaben von Chadin liefert es zu 95 Prozent exakte Ergebnisse.

Sicheres Ergebnis schon nach 30 Sekunden

Die Probanden müssen sich für 15 Minuten einen Baumwolltupfer unter den Arm klemmen. Der Tupfer wird dann in ein Reagenzglas gesteckt und mit UV-Licht desinfiziert. Anschließend entnimmt der Techniker eine Probe und untersucht sie in dem Messgerät – schon nach 30 Sekunden ist das Ergebnis da, wie Chadin betont.

Auch die Markthändler, die an dem Versuch teilgenommen haben, finden den Schweißtest besser als die sonst üblichen Nasenabstriche. «Der Schweißtest ist praktischer, weil ich arbeiten kann, während ich auf das Ergebnis warte», sagte ein Obstverkäufer. «Für einen PCR-Test müsste ich in ein Testzentrum gehen und da sitzen und auf das Ergebnis warten … das ist reine Zeitverschwendung.»

Chadin hofft darauf, mit seiner Methode auch eine günstige Alternative zu PCR-Tests zu entwickeln, die im Labor ausgewertet werden müssen und daher teuer sind. Das Projekt befindet sich allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Die Untersuchungen wurden bisher weder als Studie veröffentlicht noch von Fachkolleginnen oder -kollegen begutachtet. Derzeit gelten Tests, bei denen Abstriche aus dem Mund-Rachenraum genommen werden, als die sicherste Methode, um eine mögliche Corona-Infektion zu erkennen. Das ist bei einem PCR-Test der Fall, der immer noch als Goldstandard gilt.

Corona-Spürhunde sollen Konzerte sicherer machen

Auch in Deutschland gehen Forschende der Frage nach, wie sich Schweiß einsetzen lässt, um die Rückkehr weiter voran zu treiben. In Hannover etwa sollen nun in einer Machbarkeitsstudie Corona-Spürhunde bei einer vierteiligen Konzertreihe zum Einsatz kommen. Die Reihe ist Teil des Projekts «Back to Culture». Jede Besucherin und jeder Besucher wird eine Schweißprobe aus der Armbeuge für die Hunde abgeben, erklärt Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, das Vorhaben. Parallel würden Antigen­schnell­tests und PCR-Tests für jeden Besucher gemacht. Beim ersten Konzert mit 500 Besuchern sollten fünf bis sechs Hunde im Einsatz sein.

Volk sagt: «In unseren bisherigen Untersuchungen haben wir zeigen können, dass die Hunde Proben Sars-CoV-2 positiver Personen mit ihrem hervorragenden Geruchssinn mit einer sehr hohen Trefferquote aufspüren können. Jetzt sind wir gespannt, wie gut der Ansatz in einer Alltagssituation funktioniert.» Auch in der Schweiz wurden bereits Corona-Spürhunde ausgebildet.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wou ass en? am 20.09.2021 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    No der Stëmm, lo um Schweess...wéi wär et wann se dem Koch seng Postulate géife verifizéieren an eis de richtege Virus mol weisen, dat wär dach mol eng Avancée an ech schwätzen net vun der computergénéréierte Séquenz vumVirus vum daitsche Starvirolog Drosten. Just eng Fro zum Artikel wann ee kee Schweess huet ënnert den Axelen wéinst dem Déo muss een dann d'Box rofstrëppen fir dass den Hond ee ka richen?

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  • Wou ass en? am 20.09.2021 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    No der Stëmm, lo um Schweess...wéi wär et wann se dem Koch seng Postulate géife verifizéieren an eis de richtege Virus mol weisen, dat wär dach mol eng Avancée an ech schwätzen net vun der computergénéréierte Séquenz vumVirus vum daitsche Starvirolog Drosten. Just eng Fro zum Artikel wann ee kee Schweess huet ënnert den Axelen wéinst dem Déo muss een dann d'Box rofstrëppen fir dass den Hond ee ka richen?