Nach Terroranschlag

25. März 2018 15:57; Akt: 25.03.2018 17:45 Print

Frankreich trauert um heldenhaften Polizisten

Er hat sich einem Terroristen ausgeliefert, um andere zu retten. Nach dem islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich wird Arnaud Beltrame nun als Held gefeiert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Soldat, der niemals aufgab, ein Oberstleutnant, der Mut und einzigartige Kaltblütigkeit zeigte: So beschreibt der französische Präsident Emmanuel Macron Arnaud Beltrame, den Mann, um den ganz Frankreich trauert. Mit einer nationalen Gedenkfeier soll der Gendarm gewürdigt werden, der sich bei dem islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich gegen Geiseln eintauschen ließ. Der 45-Jährige habe sein Leben geopfert, um die Bürger des Landes zu schützen, erklärte Macron.

Der Staatschef hatte sich schon nach dem Tod des Polizisten sehr bewegt gezeigt. «Er ist als Held gefallen», erklärte Macron. Sein Mut und seine militärischen Tugenden verdienten den Respekt und die Bewunderung der ganzen Nation. Auch der Leiter der Moschee in Lyon, Kamel Kabtane, bezeichnet Beltrames Tat als eine heldenhafte Geste. Seine Entschlossenheit und sein Opfer verdienten unsere Bewunderung, erklärte der Muslim.

Seine Mutter wusste, dass er sich hat eintauschen lassen

Arnaud Beltrame hatte sich bei der Geiselnahme am Freitag in einem Supermarkt in dem kleinen Ort Trèbes in Südfrankreich in die Gewalt des Täters begeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Geiselnehmer Radouane L. dort bereits zwei Menschen ermordet und zuvor beim Raub eines Autos einen Mann erschossen. Als Beltrame sich im Supermarkt austauschen ließ, legte er ein Telefon mit einer offenen Verbindung auf einen Tisch – so konnten seine Kollegen hören, was sich am Tatort abspielte. Warum der 25-jährigen Radouane L. am Ende auf ihn schoss, blieb unerklärt.

«Gestorben für das Vaterland», twitterte Innenminister Gérard Collomb zu Beltrames, der in der Nacht zum Samstag seinen Schussverletzungen erlegen war. Wer war dieser Mann, der bereit war, sein Leben zu opfern? Als jemanden, der schon immer alles für sein Vaterland gegeben habe, beschreibt ihn seine Mutter. Sie habe sofort gewusst, dass er es gewesen sei, der sich habe eintauschen lassen, erklärte sie dem französischen Radiosender RTL.

Auch sein Bruder Cédric hat in der selbstlosen Tat seinen Bruder wiedererkannt. Der habe getan, was er habe tun müssen, sagte er RTL. Sein Bruder habe gewusst, dass er keine Chance hatte.

Er gab niemals auf

Radouane L. war den Behörden als Krimineller und als Islamist bekannt. Er hatte zunächst das Auto geraubt, dann einen vom Sport kommenden Polizisten angeschossen und war nach Trèbes gefahren, wo seine Blutspur mit seinem Tod im Supermarkt enden sollte.

Beltrame wurde sein letztes Opfer. Der verheiratete und kinderlose Beamte war ein Absolvent der Militärakademie Saint-Cyr in Coëtquidan in der Bretagne, einer 1802 von Napoleon gegründeten Offiziersschule des Heeres. Er verließ 1999 die renommierte Ausbildungsstätte als Jahresbester. Bereits dort wurde sein Kampfgeist hervorgehoben. Seine Ausbilder beschrieben ihn als jemanden, der niemals aufgebe.

Militärische Auszeichnungen

Makellos war auch Beltrames Karriere. Im Jahr 2003 wurde er in die GSIGN aufgenommen, eine Spezialeinheit der Gendarmerie mit dem Einsatzschwerpunkt der Terrorismusbekämpfung. Zwei Jahre später wurde er zum Einsatz in den Irak geschickt. Für seine Verdienste erhielt er 2005 das militärische Verdienstkreuz.

Arnaud Beltrame hatte laut der Tageszeitung La Dépêche du Midi am 14. Dezember 2017 zusammen mit der Präfektur und der lokalen Feuerwehr in Carcassonne eine Anti-Terrorübung organisiert: Dabei wurde ein Angriff auf einen Supermarkt simuliert.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • och eng Wourecht am 26.03.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ein ngrossartiger Mensch opferte sein Leben um anderen Menschen zu helfen. Und die politische Linke zeigt ihr wahres Gesicht indem sie diesen Helden beschmutzt.

  • Léon am 26.03.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tout mes respect Monsieur pour faire cela faut être un grand homme. Repose en paix.

  • Pia am 25.03.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP Monsieur Beltrame .. je suis avec votre famille et vos collègues :(

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 26.03.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Tout mes respect Monsieur pour faire cela faut être un grand homme. Repose en paix.

  • och eng Wourecht am 26.03.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ein ngrossartiger Mensch opferte sein Leben um anderen Menschen zu helfen. Und die politische Linke zeigt ihr wahres Gesicht indem sie diesen Helden beschmutzt.

  • Pia am 25.03.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP Monsieur Beltrame .. je suis avec votre famille et vos collègues :(