Tödliche Infektion

25. Juli 2017 18:12; Akt: 25.07.2017 18:15 Print

Frau stirbt an Zeckenvirus – nach Katzenbiss

Zum wahrscheinlich ersten Mal überhaupt ist es in Japan zu einer Übertragung eines Zeckenvirus auf einen Menschen via eine Katze gekommen.

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In Japan ist eine Frau nach einem Katzenbiss an SFTS gestorben, einer mit heftigem Fieber, Erbrechen, Durchfall und mehrfachem Organversagen einhergehenden Krankheit, die normalerweise durch Zecken übertragen wird. Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums ereignete sich der Vorfall im vergangenen Jahr.

Über eine Übertragung des Zeckenvirus von Mensch zu Mensch durch Blutkontakt wurde gelegentlich bereits berichtet – doch dass ein Mensch nach dem Biss eines mit dem Virus infizierten anderen Tieres starb, kam offenbar bisher noch nicht vor.

«Bisher liegen uns derartige Berichte nicht vor», sagte eine Sprecherin des japanischen Gesundheitsministeriums am Dienstag. «Es ist noch nicht bestätigt, dass das Virus von der Katze stammt – aber es kann sein, dass es sich um den ersten Fall weltweit handelt.»

Keine Heilung für SFTS

Die etwa 50-jährige Frau starb demnach zehn Tage, nachdem sie die streunende und kranke Katze zum Tierarzt gebracht hatte. Die Ärzte diagnostizierten bei ihr SFTS, doch konnten sie keinen Zeckenbiss entdecken. Deshalb vermuten sie, dass sich die Frau durch den Biss der Katze angesteckt hatte.

SFTS (Severe Fever with Thrombocytopenia Syndrome) tritt seit einiger Zeit in Asien – und dort vor allem in China, Japan und Südkorea – auf. Es gibt weder eine Impfung noch ein Medikament gegen die Krankheit, allenfalls lassen sich ihre Symptome behandeln.

In Japan infizieren sich jedes Jahr laut Gesundheitsministerium 60 Menschen mit dem SFTS-Virus, 20 Prozent von ihnen sterben. Laut japanischen Medien trat die Krankheit 2013 erstmals im Land auf. Das Ministerium warnt nun auch davor, kranke Streuner zu streicheln.

(L'essentiel/jcg/afp)