Australien

12. April 2018 10:00; Akt: 12.04.2018 09:58 Print

Frau täuscht Krebs vor und zockt Freunde ab

Weil sie glaubten, ihre Tochter habe Krebs, sammelten die Eltern von Hanna Dickenson Geld bei Freunden für eine Behandlung. Doch Dickenson log alle an.

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Sie habe Krebs und müsse im Ausland behandelt werden – diese schlechte Nachricht überbrachte Hanna Dickenson (24) ihren geschockten Eltern. Das australische Farmer-Ehepaar aus Swan Hill, Victoria, hatte selber finanzielle Sorgen. In seinem Freundes- und Bekanntenkreis hat es um finanzielle Unterstützung gebeten, damit sich die Tochter die teure Therapie leisten kann.

Umgerechnet kamen im Jahr 2013 so mehr als 28.000 Euro zusammen, wie die BBC berichtet. Ein Freund der Familie etwa hatte rund 6000 Euro gespendet, nachdem er selbst nach einer Krebstherapie aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Eine zweite Person hatte sogar viermal Geld gespendet.

«Ferien, Drogen und Partys»

Doch statt die Spenden in den Kampf gegen den Krebs zu investieren, gab die damals 19-jährige Dickenson das meiste Geld für Ferien, Drogen und Partys aus, wie News.com.au schreibt. Denn: Sie war niemals krank. Der Betrug flog auf, weil einer der Spender auf Facebook Bilder der jungen Frau entdeckt hatte, die so gar nicht nach einer Todkranken aussah. Daraufhin informierte dieser die Polizei.

Ein Gericht hat die 24-Jährige nun zu drei Monaten Haft verurteilt. Der Richter nannte den Betrug «verabscheuungswürdig». Der Wunsch von Menschen, zu helfen, sei ausgenutzt und soziales Vertrauen sei gebrochen worden, so Richter David Starvaggi. «Das sind Menschen, die hart gearbeitet und tief in ihre eigenen Taschen gegriffen haben», sagte er über die Geschädigten.

Die Anwältin der Angeklagten argumentierte, ihrer Mandantin solle eine Gefängnisstrafe erspart bleiben, weil sie «ihr Leben komplett geändert» habe. Außerdem verglich Juristin Beverly Lindsay den Fall mit der Bloggerin Belle Gibson, die vergangenes Jahr eine Strafe von umgerechnet mehr als 270.000 Euro zahlen musste. Sie hatte medienwirksam behauptet, einen Gehirntumor besiegt zu haben, den sie in Wirklichkeit niemals hatte. Lindsay argumentierte, Dickensons Fall sei weniger gravierend. Der Richter wies diesen Vergleich zurück. Dickenson wird ihrer Anwältin zufolge vermutlich Berufung gegen das Urteil einlegen.

(L'essentiel/mlr)

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