Freiwilligen-Arbeit

12. August 2019 07:59; Akt: 12.08.2019 07:59 Print

Frauen in Shorts erhalten Morddrohungen

Drei Belgierinnen waren nach Marokko gereist, um dort Freiwilligenarbeit zu leisten. Sie reisten aber rasch wieder ab, nachdem ein Islamist angekündigt hatte, sie köpfen zu wollen.

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Drei Belgierinnen mussten vor wenigen Tagen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Marokko ausreisen: Nachdem die jungen Frauen für einen TV-Beitrag beim Arbeiten in Shorts gefilmt worden waren, erhielten sie Morddrohungen. Ein 26-jähriger marokkanischer Lehrer hatte auf Facebook geschrieben, die Frauen «sollte man enthaupten, damit sie es sich nicht mehr wagen, die Lehren unserer Religion infrage zu stellen».

Der Vorfall sorgte bei den belgischen Behörden für Panik, wie der französische Sender TV5 berichtet. Der flämische Verein Bouworde entsendet jedes Jahr Jugendliche zu Sommercamps nach Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. So hatte Bouworde unter anderem auch 37 Freiwillige in den Süden Marokkos geschickt, für den Bau einer Zufahrtsstraße im Dorf Adar.

Keine Freiwilligen mehr in Marokko

Am 3. August strahlten lokale Sender einen Beitrag über die Arbeit der Freiwilligen aus, darin waren die jungen Frauen in kurzen Hosen zu sehen. In den Kommentaren wurde die Arbeit der jungen Ausländerinnen gelobt – doch die Bemerkung des 26-Jährigen zwang die Verantwortlichen von Bouworde, die Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen.

Einige Tage nachdem die belgische Gruppe aus Marokko abgereist war, entschied die flämische Organisation, vorläufig keine Jugendlichen mehr dorthin zu entsenden. Diese Entscheidung wurde nach Rücksprache mit dem belgischen Außenministerium und der belgischen Botschaft in Rabat gefällt.

Dutzende Frauen marschieren in Shorts

Am Samstag fand in Casablanca ein Solidaritätslauf für die Belgierinnen statt: Wie «Marocco News» berichtet, hatten sich Dutzende Frauen unter dem Motto «Yes We Short» versammelt, um in kurzen Hosen durch marokkanische Straßen zu marschieren.

Das Ziel des Marsches war es, «eine Botschaft an die Obskurantisten zu senden, die extreme Gedanken aufzwingen und das Image unseres Landes zerstören wollen», erklärten die Organisatoren der Veranstaltung.

Die Polizei von Marokko hat inzwischen den Lehrer, der die Morddrohungen aussprach, festgenommen. Er wurde wegen Anstiftung zu terroristischen Handlungen angeklagt.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hoppen marc am 12.08.2019 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ma,dan misste mir soen , wann dei mat engem kappduch hei ronerrem laafen , si kéimen direct an de prisong , et geet een net an engt land wou ee wees dat gesetzer an kultur net normal sin , een deen nawel geet !! ass selwer schold

    einklappen einklappen
  • fuxel am 12.08.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    So lange es solche Aktionen von den "Andersgläubigen" gibt, brauchen die sich nicht wundern, dass es selbst den tolerantesten Menschen immer schwerer fällt, sie zu akzeptieren. Schade, werden die "Guten" dadurch in Sippenhaft genommen, und Rechts wird weiter gestärkt.

  • Karin T. am 13.08.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt uns das ? Auch Lehrer können völlig hirnfrei sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karin T. am 13.08.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt uns das ? Auch Lehrer können völlig hirnfrei sein.

  • Gini klopp am 12.08.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Esou as et drop K.....n!

  • fuxel am 12.08.2019 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    So lange es solche Aktionen von den "Andersgläubigen" gibt, brauchen die sich nicht wundern, dass es selbst den tolerantesten Menschen immer schwerer fällt, sie zu akzeptieren. Schade, werden die "Guten" dadurch in Sippenhaft genommen, und Rechts wird weiter gestärkt.

  • der Anton vom Hof am 12.08.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat Land an all déi Länner wou ähnlech Ideen an de Käpp rondremgeeschteren vum akanzeplang sträichen, fir ëmmer

  • nomixi am 12.08.2019 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre es denn so falsch die Belgierinnen in Belgien und die Marokkaner in Marokko zu lassen?