Schwere Vorwürfe

21. September 2019 18:27; Akt: 21.09.2019 18:40 Print

Führte diese Frau sogar die NASA an der Nase herum?

Eleni Antoniadou (31) galt lang als Vorzeigewissenschaftlerin. Mattel widmete ihr sogar eine Barbie. Nun wird laut: Alle Erfolge sollen erlogen sein.

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Die 31-jährige Eleni Antoniadou gibt seit mehreren Jahren Interviews, in denen sie sich als Forscherin der NASA und als Expertin für regenerative Medizin darstellt. So soll sie bei der NASA Astronauten ausgebildet und aktuell an künstlicher Intelligenz forschen. Die Weltraumorganisation habe ihr gar einen Auszeichnung für ihre erstklassige Forschung verliehen.

In ihrem Heimatland Griechenland wird sie als Star gefeiert und gilt als einer der klügsten Köpfe des Landes. Sie schaffte es sogar, auf die Listen der BBC's 100 wichtigsten Frauen des Jahres 2014 und Forbes 30 bedeutendste Personen unter 30 für 2015 zu kommen. Sogar Mattel erstellte eine Barbie unter der Serie «Shero», die genau so aussieht wie Antoniadou.

Eleni Antoniadou als Barbie-Puppe. (Bild: Mattel)

Doch nun gerät ihr Ansehen ins Bröckeln. Wie «BBC» berichtet, stellten andere griechische Wissenschaftler Anfang Monat Nachforschungen zu Antoniadou an. Ihnen sei es komisch vorgekommen, dass eine so junge Frau schon so viel erreicht haben konnte. Dabei stießen sie auf einige Ungereimtheiten:

Medizin
Erste künstliche Luftröhre

So hatte die Griechin in Interviews gesagt, dass sie an der weltweit ersten künstlichen Luftröhre gearbeitet hat. Diese wurde 2011 in Stockholm implantiert. Das Kuriose: Die junge Forscherin soll zu der Zeit noch an der Uni gewesen sein. So könne sie nur allenfalls indirekt an der Transplantation beteiligt gewesen sein. Zudem endete diese in einem weltweiten Skandal. Sechs der acht Personen, die eine Luftröhre implantiert bekamen, starben innerhalb wenigen Monaten/Jahren.

Diplom
Hat sie einen Doktortitel?

Eleni Antoniadou bezeichnete sich selbst mehrmals als Doktor. Nun behauptet die Gruppe «Greek Hoaxes», die sich der Aufdeckung gefälschter Nachrichten widmet, dass sie nur zwei postgraduale Master-Abschlüsse habe.

Arbeit
Sie arbeitet nicht bei der NASA

Die 31-Jährige gab in mehreren internationalen Interviews an, für die NASA zu arbeiten und gar junge Astronauten zu trainieren. Selbst auf ihrem Instagram-Profil steht die Beschreibung «Simulation Marstronaut». Daneben eine Verlinkung zur NASA. Erst Anfang Woche postete die Griechin eine Auszeichnung auf Facebook, die auf ihre herausragenden Fähigkeiten bei der NASA zurückgeht.

Doch nun kam raus: Laut NASA hat sie nie direkt dort gearbeitet. Sie ließen aber die Möglichkeit offen, dass sie als Subunternehmerin arbeiten könnte. Wie «Greek Hoaxes» herausfand, soll sie stattdessen nur eine zehnwöchige Sommerschule besucht haben. In deren Rahmen soll sie die Fotos auf ihren Social-Media-Profilen erstellt haben.

Zu den Anschuldigen hat sich Eleni Antoniadou bislang nicht geäußert.

(L'essentiel/juu)

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