Biozid

01. November 2017 15:44; Akt: 01.11.2017 15:44 Print

Gefährliches Triclosan macht Zahnbürsten giftig

Das umstrittene Biozid Triclosan steckt in vielen Seifen, Deos und Zahnpasten – und sammelt sich laut US-Forschern auch an unvermuteten Stellen an.

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Der antimikrobielle Wirkstoff Triclosan soll Keime abtöten. Deshalb ist er in vielen Alltagsprodukten enthalten. Allerdings steht das Biozid im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein (siehe Box). Inzwischenfordern Forscher und Ärzte sowie neun europäische Gesundheitsorganisationen gar ein weltweites Verbot des Stoffs.

Ein weiteres Argument für ein Verbot liefern nun Forscher um Jie Han von der University of Massachusetts im Fachjournal «Environmental Science & Technology»: Sie hatten einen Roboter drei Monate lang mit 22 verschiedenen Bürsten und sechs verschiedenen triclosanhaltigen Zahnpasten die Zähne putzen lassen. Dabei zeigte sich, dass sich das Triclosan auf die Zahnbürste überträgt und sich dort anreichert.

Versteckt und hoch konzentriert

Besonders hoch war die Kontamination in Bürsten mit weichen Borsten. Mehr als ein Drittel der Bürsten enthielten nach den Tests Triclosan-Mengen die der sieben- bis zwölffachen Konzentration einer Zahnpastaportion entsprachen.

Das Problem dabei: Das Biozid bleibt nicht unbedingt in den Borsten. Wechselt man zu einer triclosanfreien Zahnpastasorte, benutzt aber weiterhin die alte Zahnbürste, geben die Borsten das gespeicherte Triclosan beim Putzen während rund zwei Wochen wieder ab. Dabei sind die abgegebenen Konzentrationen in den ersten zwei, drei Tagen höher als beim Putzen mit triclosanhaltigen Zahncremes.

Viele Fragen noch offen

Es gibt noch einen Unterschied zwischen dem Triclosan direkt aus der Zahnpasta und jenem, das aus der Zahnbürste freigesetzt wird: «Während der Wirkstoff in den triclosanhaltigen Zahnpasten zum großen Teil an Partikel gebunden und damit immobilisiert ist, ist die frei gelöste Form stärker bioverfügbar», teilt die Hochschule mit.

Auch wenn die von den Forschern gemessenen Werte nicht die erlaubten Grenzwerte überschritten, sehen Han und ihre Kollegen darin «eine unkontrollierte und unerwünschte Belastung bei den Verbrauchern». Zudem sei nicht auszuschließen, dass es auch bei anderen Alltagsprodukten zu versteckten Anreicherungen kommt. Das sollten weitere Untersuchungen klären.

(L'essentiel/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rodolfo am 30.12.2017 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann hu mer jo alt erem eppes wourop mer mussen oppassen. Déi fennef verschieden Uebst Geméisbeilagen ginn jo och a Fro gestallt. Virwat forschen se net mol un Sachen déi wirklech gesond sinn. Et kann een sech froen wei den Alaafsziedel an e puer Joer ausgeseit. Mat allen Aschränkungen an geftegem Geschier.

Die neusten Leser-Kommentare

  • rodolfo am 30.12.2017 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann hu mer jo alt erem eppes wourop mer mussen oppassen. Déi fennef verschieden Uebst Geméisbeilagen ginn jo och a Fro gestallt. Virwat forschen se net mol un Sachen déi wirklech gesond sinn. Et kann een sech froen wei den Alaafsziedel an e puer Joer ausgeseit. Mat allen Aschränkungen an geftegem Geschier.