Operation «Engel und Dämonen»

28. Juli 2019 13:22; Akt: 28.07.2019 13:25 Print

Gehirngewaschene Kinder sagten gegen Eltern aus

Im norditalienischen Bibbiano wurden Dutzende Kinder systematisch ihren Eltern entrissen, um sie gegen Geld an Pflegefamilien zu vermitteln. Die Methoden waren diabolisch.

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Italien wird von einem Kinderhandel-Skandal erschüttert: Sozialdienste, Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten und sogar der Bürgermeister der norditalienischen Ortschaft Bibbiano sollen ein Netzwerk aufgebaut haben, um Kinder ihren leiblichen Eltern zu entreißen und sie gegen Geld «befreundeten» Pflegeeltern «anzuvertrauen».

Die Staatsanwaltschaft von Reggio Emilia ermittelt in der Operation Angeli e Demoni (Engel und Dämonen) gegen 29 Personen. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Berichte gefälscht zu haben, um etwa die elterlichen Wohnungen als verwahrlost zu beschreiben. Kinderzeichnungen seien zudem ergänzt worden, damit man daraus sexuelle Übergriffe herauslesen könne.

In der Anklageschrift ist auch von systematischer Gehirnwäsche und der Anwendung von Elektroschocks sowie von exorzistischen Praktiken die Rede, um die Erinnerungen der Kinder zu manipulieren, wie die Nachrichtenagentur AGI schildert.

Kinder haben bis heute psychische Probleme

Die Mitarbeiter des Psychotherapiezentrums für Kinder und Jugendliche, das von der Stiftung Hansel e Gretel aus Turin betrieben wird, trugen bei Rollenspielen furchterregende Masken und stellten sich als Bösewichte aus Märchen dar. Damit wollten sie den Kindern zeigen, wie grausam ihre Eltern seien.

Die Kleinen wurden dann Richtern vorgeführt, die aufgrund der gestörten Aussagen einer Entnahme der Kinder zustimmten, um sie an eine Pflegefamilie zu übergeben. Im Gegenzug wurden hohe Summen an die Betrüger ausbezahlt.

Nach Medienberichten sollen rund drei Dutzend Kinder Opfer dieser «Therapien» gewesen sein. In zwei Fällen wurden die Pflegekinder in ihren neuen Familie sogar sexuell missbraucht. Die meisten Opfer stammen aus ärmlichen Elternhäusern. Viele von ihnen haben bis heute Drogenprobleme oder leiden an psychischen Problemen.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anon am 29.07.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et geet dach alles nemmen nach em gehierwaesch wei huet een groussen Mann mol gesoot, setzt eng krankheet an emlaaf loost se wierken an hierno ass et ze speit et reckgaenneg ze maachen (1991)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anon am 29.07.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et geet dach alles nemmen nach em gehierwaesch wei huet een groussen Mann mol gesoot, setzt eng krankheet an emlaaf loost se wierken an hierno ass et ze speit et reckgaenneg ze maachen (1991)