Nathan knows

29. März 2021 19:07; Akt: 29.03.2021 19:07 Print

«Gibt es die «HIV-​​Schutzpille» auch für Frauen?»

Dana (32) will wissen, ob es für Frauen auch eine «Schutzpille für HIV», die sogenannte PrEP gibt. Experte Nathan klärt auf und sagt, was dabei zu beachten ist.

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Dana* (32) meldet sich bei uns: Sie ist single, genießt ihre Ungebundenheit und datet gerne. Von ihren schwulen Freunden hat sie erfahren, dass diese jeweils vor dem Sex eine Pille einnehmen, die sie vor einer Ansteckung mit HIV schützt. Nun will sie von uns wissen, ob es sowas auch für Heterofrauen wie sie gibt.

Diese Pille gibt es tatsächlich, man spricht von einer Präexpositionsprophylaxe, abgekürzt PrEP. Sie ist bisher vor allem in der Gay-Community bekannt, da Schwule im Vergleich zu Heteros immer noch einem besonders hohen HIV-Risiko ausgesetzt sind. Die PrEP funktioniert auch bei Frauen, und zwar in Form einer täglichen Einnahme. Diese beginnt sieben Tage vor dem ersten Sex ohne Kondom. Wer die PrEP beenden will, nimmt nach dem letzten kondomlosen Sex weitere sieben Tage eine Tablette ein und setzt dann das Medikament ab.

Bei Frauen ist die Wirksamkeit laut Studien nicht ausreichend

Dana wendet ein, dass ihre Kumpels aber die PrEP auch kurzfristiger einsetzen, wenn sie zum Beispiel am gleichen Abend noch Sex haben wollen. Tatsächlich gibt es für Männer auch die Möglichkeit, die PrEP kurzfristiger an- und abzusetzen: Dabei werden 24 bis spätestens zwei Stunden vor dem ersten Sex zwei Tabletten gleichzeitig genommen. Danach exakt alle 24 Stunden eine Tablette sowie nach dem letzten Sex nochmals nach 24 sowie nach 48 Stunden eine Tablette.

Bei Frauen hat sich die Wirksamkeit dieser Einnahmeform allerdings in Studien als nicht ausreichend erwiesen, vermutlich weil sich die Schutzwirkung in der Vaginalschleimhaut langsamer aufbaut. Wichtig zu wissen: Die PrEP ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das erst nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung, verbunden mit einem HIV-Test, eingenommen werden sollte. Nur um schon sicherzustellen, dass nicht unerkannterweise bereits eine HIV-Infektion vorliegt.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind empfohlen. Die sind wichtig, um zu überprüfen, ob das Medikament wirkt und gut vertragen wird. Außerdem werden Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen gemacht, denn die PrEP schützt nur vor HIV.

*Name geändert.

(L'essentiel/Nathan Schocher/Julia Ullrich)

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