Plastikverschmutzung

02. Dezember 2020 15:10; Akt: 02.12.2020 16:14 Print

Greenpeace fordert große Konzerne zum Umdenken auf

Greenpeace hat untersucht, von welchen Herstellern am meisten Plastik in der Umwelt landet. Großkonzerne wie Coca-Cola und Nestlé müssten, laut der Organisation, radikal umdenken.

Die neue Liste von Greenpeace zeigt, wessen Produkte in den meisten Ländern gefunden wurden. RKN

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Flaschen, Folien, Zigarettenstummel: 346.494 Abfallstücke aus Plastik hat Greenpeace dieses Jahr in 55 verschiedenen Ländern eingesammelt. Die Umweltschutzorganisation hat geprüft, von welchen Herstellern der im Freien gefundene Müll stammt. Zu den weltweit größten Verschmutzern gehören Coca-Cola, Pepsi und Nestlé, gefolgt von Knorr-Mutterkonzern Unilever und Toblerone-Hersteller Mondelez. Welche Firmen des Weiteren auf der Liste stehen, ist im Video zu sehen.

Die im Bericht genannten Konzerne sind die weltweit größten Verpackungsverbraucher: Im Jahr 2019 produzierte Coca-Cola fast drei Millionen Tonnen Plastikverpackungen. Bei Pepsi waren es 2,3 Millionen Tonnen, bei Nestlé 1,5 Millionen Tonnen. «Diese Firmen haben die größte Verantwortung», sagt Zero-Waste-Experte Matthias Wüthrich von Greenpeace. Schließlich bringen sie die Verpackungen in Umlauf, ohne für die Folgeschäden aufkommen zu müssen.

Dass letztlich die Konsumenten – nicht die Hersteller – die Abfälle in der Umwelt liegen lassen, lässt Wüthrich nicht als Entschuldigung gelten: «Die Konzerne verdienen Geld daran – also sind sie dafür verantwortlich, ein System zu entwickeln, das keine solchen Folgeschäden verursachen kann.»

Es sei also auch Aufgabe der Konzerne, den Konsumenten das Wegwerfen abzugewöhnen: «Die Unternehmen sollten auf wiederverwendbare Behälter setzen, die einen Wert haben – damit man nicht motiviert ist, die einfach wegzuwerfen.»

Papierflasche statt Plastik

Bei Coca-Cola heißt es, man teile das Ziel von Greenpeace, den Abfall aus der Umwelt zu beseitigen. «Wir glauben aber auch, dass alle Verpackungsmaterialien Vorteile haben und in wertvolle Ressourcen zur Wiederverwendung umgewandelt werden können», sagt Sprecher Matthias Schneider zu 20 Minuten. Das gelte auch für PET – darum brauche es eine noch bessere Sammlung.

Schneider weist darauf hin, dass man «mit Hochdruck» an umweltfreundlicheren Verpackungen arbeite und laufend neue Lösungen entwickle. Im Oktober präsentierte der Konzern etwa eine Papierflasche. Sie besteht derzeit zwar noch nicht komplett aus Papier, Coca-Cola arbeite derzeit aber daran, die letzten Plastikteile aus dem Prototyp zu entfernen.

Forschungsinstitut für Verpackungen

Auch Nestlé hat sich hohe Nachhaltigkeitsziele gesteckt: Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern will, dass 2025 keine der eigenen Verpackungen mehr in der Umwelt landen. Vor rund einem Jahr hat das Unternehmen sein Forschungsinstitut für Verpackungen in Lausanne eröffnet.

Bei bestimmten Produkten setzt der Konzern zudem bereits heute auf Papierverpackungen. In der Schweiz werden zudem bei Kaffee und Heimtiernahrung Systeme mit wiederverwendbaren Behältern getestet. Des Weiteren bestünden seit Anfang 2020 alle Henniez-PET-Flaschen zu 75 Prozent aus recyceltem PET, sagt Sprecherin Inge Gratzer.

Trotz der Beteuerungen der Firmen zeigt ein Bericht der Ellen MacArthur Foundation allerdings, dass die Anteile wiederverwendbarer Plastikverpackungen – im Vergleich zum Gesamtvolumen – bei den großen Konzernen sehr klein sind:

- Coca-Cola: 3 Prozent (von 2.981.421 Tonnen Plastikverpackungen)

- Pepsi: 0 Prozent (von 2.300.000 Tonnen Plastikverpackungen)

- Nestlé: 1 Prozent (von 1.524.000 Tonnen Plastikverpackungen)

«Die umweltschädlichsten Unternehmen der Welt behaupten, intensiv an Lösungen für die Plastikverschmutzung zu arbeiten. Doch in Wirklichkeit entsorgen sie weiterhin eine riesige Menge schädlicher Kunststoffverpackungen in der Umwelt», sagt Emma Priestland von der Bewegung Break Free from Plastic. Sie fordert, dass die Produktion von Kunststoffen eingestellt wird und standardisierte Vertriebssysteme eingerichtet werden, die auf Wiederverwendung basieren.

(L'essentiel/Raphael Knecht)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Break Free from Plasticpolitics am 03.12.2020 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    warum gibt es Politicker überhaupt? ... um Grosskonzerne u ihren Geiz-ist-Geilprofit zu unterstützen, um Aktionären zu ihrem Geldprofit zu verhelfen, um kleine Kiffer zu kriminalisieren, zu sanktionnieren u einzusperren, um den Steuerzahlern die Taschen zu leeren für die Subventionen für die weltverseuchenden Grosskonzerne, die subventioniert sich andauernd vergrössernd keine Steuern zahlen u ihren Dreck gratis krankmachend hinterlassen für alle jetzigen u alle kommenden Generationen! u wenn es ums Recyclen geht, dann wird mit dem bösen Finger auf die verantwortungslosen Konsumenten gezeigt!

  • Jemand am 02.12.2020 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Aktion. Wobei solche die Müll in der Umwelt entsorgen genau so Sschuldig sind wie die die den Müll produzieren und verkaufen.

  • De_klenge_Fuerzkapp am 02.12.2020 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Reifen zählen auch mit . . . aber nicht nur Plastik, auch Chemie-Produkte wie Klo-Reiniger, Geschirrspülmittel, Javel usw. (siehe Warnsymbole Rückseite)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Break Free from Plasticpolitics am 03.12.2020 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    warum gibt es Politicker überhaupt? ... um Grosskonzerne u ihren Geiz-ist-Geilprofit zu unterstützen, um Aktionären zu ihrem Geldprofit zu verhelfen, um kleine Kiffer zu kriminalisieren, zu sanktionnieren u einzusperren, um den Steuerzahlern die Taschen zu leeren für die Subventionen für die weltverseuchenden Grosskonzerne, die subventioniert sich andauernd vergrössernd keine Steuern zahlen u ihren Dreck gratis krankmachend hinterlassen für alle jetzigen u alle kommenden Generationen! u wenn es ums Recyclen geht, dann wird mit dem bösen Finger auf die verantwortungslosen Konsumenten gezeigt!

  • Das war einmal vor langen Jahren am 02.12.2020 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Greenpecae u. die Grünen waren in den Anfangszeiten von mir geschätzt u. was ist daraus geworden???

  • Jemand am 02.12.2020 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Aktion. Wobei solche die Müll in der Umwelt entsorgen genau so Sschuldig sind wie die die den Müll produzieren und verkaufen.

  • Grëngpiss am 02.12.2020 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie wäre es wenn die grünen mal über Umdenken nachdenken würden ?

  • De_klenge_Fuerzkapp am 02.12.2020 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Reifen zählen auch mit . . . aber nicht nur Plastik, auch Chemie-Produkte wie Klo-Reiniger, Geschirrspülmittel, Javel usw. (siehe Warnsymbole Rückseite)

    • Umweltbewußt ohne Prahlen am 02.12.2020 22:05 Report Diesen Beitrag melden

      Großkotzer!

    • De_klenge_Fuerzkapp am 03.12.2020 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      du selbst . . . ;)

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