«200 Jahre Wissen verloren»

03. September 2018 08:58; Akt: 03.09.2018 09:00 Print

Großbrand zerstört Nationalmuseum in Rio

Ein Feuer hat im brasilianischen Nationalmuseum 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt.

Das Museum gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. (Video: Tamedia/Storyful)

Zum Thema

Ein Großbrand hat am Sonntag das Nationalmuseum in Rio de Janeiro verwüstet. Das Museum beherbergt Artefakte aus Ägypten, griechisch-römische Kunst und einige der ersten in Brasilien entdeckten Fossilien.

Wie am Sonntagabend im Fernsehen zu sehen war, griffen die Flammen auf fast alle Teile des historischen Gebäudes über. In einer Mitteilung erklärte das Museu Nacional do Brasil, das Feuer sei gegen halb acht am Abend ausgebrochen.

Verletzte gab es nach Angaben der Museumsverwaltung nicht. Beim Ausbruch des Feuers war das Museum im Stadtteil São Cristóvão bereits geschlossen. Die Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen, der Brand war zunächst aber nicht unter Kontrolle.

Bildstrecke: Großbrand verwüstet Brasiliens Nationalmuseum

Genaue Angaben zu den Schäden gab es zunächst noch nicht. Allerdings hieß es in den örtlichen Medien, dass ein großer Teil der 20 Millionen Exponate zerstört oder beschädigt sein könnte.

Staatschef: «200 Jahre Wissen verloren»

«Heute ist ein tragischer Tag für Brasilien», erklärte Staatschef Michel Temer. «200 Jahre Arbeit und Forschung und Wissen sind verloren.»

Paolo Knauss, Direktor eines anderen brasilianischen Museums, zeigte sich im Fernsehen entsetzt. Der Brand sei «eine Tragödie für die Kultur», sagte der Direktor des Museums für Nationalgeschichte im Sender TV Globo.

Ältestes Museum des Landes

Das Nationalmuseum ist das älteste Museum des südamerikanischen Landes und besteht in seiner derzeitigen Form seit 1892. Vorher diente das repräsentative Gebäude als Wohnsitz der portugiesischen Königs- und später der brasilianischen Kaiserfamilie.

Das Museum hat eine geologische, botanische, paläontologische und archäologische Sammlung und gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. Neben Exponaten aus der Region verfügt das Museum auch über ägyptische Mumien, griechische Statuen und etruskische Artefakte.

(L'essentiel/chk/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.