Verspätete Behandlung

17. September 2020 16:28; Akt: 17.09.2020 16:28 Print

Hacker legen Krankenhaus lahm – Patientin stirbt

Vor wenigen Tagen kam es am Uni-Krankenhaus in Düsseldorf zu einem Hackerangriff. Die Attacke hat eine Notfallklinik getroffen.

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In der Nacht auf den 12. September kam es am Universitäts-Krankenhaus in Düsseldorf zu einem Hackerangriff. Betroffen waren 30 Server des Krankenhauses, die von den Angreifern verschlüsselt wurden und somit durch die behandelnden Ärzte und IT-Fachkräfte der Einrichtung nicht mehr genutzt werden konnten. Wie sich heute herausstellte, verstarb eine Patientin aufgrund dieses Ausfalls.

Gegen die Hacker wird nun laut Bild wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ein Bericht des NRW-Justizministers vom Donnerstag zeigt, dass eine lebensbedrohlich erkrankte Frau wegen des Angriffs in ein Krankenhaus im nahe gelegenen Wuppertal gebracht werden musste. Aus diesem Grund verzögerte sich ihre Behandlung um rund eine Stunde. Die Patientin verstarb nur wenig später.

Zufälliges Ziel?

Ebenfalls bekannt wurde nun, dass es sich beim Hackerangriff auf das Krankenhaus wohl um einen Zufall gehandelt hat. So teilt die Polizei mit, dass sich die Angreifer offensichtlich nicht bewusst waren, dass es sich beim betroffenen Krankenhaus um eine Notfallklinik handelte. Als die Behörden die Erpresser über einen von ihnen gewählten Kanal kontaktierten, zogen sich die Hacker rasch zurück, als ihnen klargemacht wurde, dass eine erhebliche Gefahr für die Patienten des Krankenhauses bestand.

Wie die Polizei mutmaßt, wurde das Uni-Klinikum zufällig für den Hack ausgewählt. Ebenfalls möglich sei, dass das eigentliche Ziel des Angriffs die Universität war. Tatsächlich gaben die Hacker die Schüssel für die 30 verschlüsselten Server des Krankenhauses frei, als ihnen der Ernst der Lage erklärt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden beim Hack keine Daten gestohlen oder gelöscht.

Laut einem Sprecher der Uniklinik wird es allerdings noch Wochen dauern, bis das ganze Computersystem wieder 100 Prozent funktionstüchtig ist. Normalerweise werden in diesem Krankenhaus an einem Tag rund 70 bis 120 Personen operiert. In den Tagen nach dem Hackerangriff fiel diese Zahl auf 10 bis 15 Operationen.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 17.09.2020 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Dann hoffen wir mal dass die Leute ermittelt werden können und in den Knast wandern.

  • dusninja am 18.09.2020 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher war das so, dass die internen Syteme intern waren und Zugriffe von aussen extra abgeholt wurden. Wie ein Mitarbeiter durch verseichten Anhang seiner Email die Server mit den Patientendaten und notwendigen Geräten für die OPs lahmlegen kann...Designfehler?

  • Jimbo am 17.09.2020 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Do freet en sech souwisou firwat déi wichteg Computeren mussen um Internet hänken....

Die neusten Leser-Kommentare

  • dusninja am 18.09.2020 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher war das so, dass die internen Syteme intern waren und Zugriffe von aussen extra abgeholt wurden. Wie ein Mitarbeiter durch verseichten Anhang seiner Email die Server mit den Patientendaten und notwendigen Geräten für die OPs lahmlegen kann...Designfehler?

  • Jimbo am 17.09.2020 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Do freet en sech souwisou firwat déi wichteg Computeren mussen um Internet hänken....

  • Marc am 17.09.2020 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Dann hoffen wir mal dass die Leute ermittelt werden können und in den Knast wandern.