Vernetztes Gerät

12. Dezember 2019 11:58; Akt: 12.12.2019 12:02 Print

Hacker spricht durch Kamera ins Kinderzimmer

Ein achtjähriges Mädchen hört beim Spielen im Kinderzimmer plötzlich eine fremde Stimme. Diese kommt aus der Kamera, die ihre Eltern angebracht hatten.

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Eine Mutter aus Memphis im US-Bundesstaat Tennessee wollte ein Auge auf ihre Töchter haben, während sie in der Nacht als Krankenpflegerin arbeitete. Daher installierte sie im Zimmer der Mädchen Kameras des Herstellers Ring. So konnte sie sehen, was die Kinder trieben, und über ein Mikrofon und Lautsprecher in der Kamera sogar mit ihnen sprechen.

«Ich hatte viel Recherche betrieben, bevor ich die Kameras kaufte. Daher hatte ich mich sehr sicher gefühlt», sagte die Mutter gegenüber dem TV-Sender WMC5. Außerdem habe sie von Freundinnen viel Gutes über die Geräte gehört. Nur vier Tage nach Inbetriebnahme der Kameras hörte die achtjährige Tochter allerdings seltsame Geräusche im Kinderzimmer.

«Ich fiel aus allen Wolken»

«Erst dachte ich, meine Schwester höre laut Musik, denn es klang wie ein bekanntes Lied. Es war aber niemand im Zimmer, also fragte ich in den Raum, wer da sei», erzählt das Mädchen. Als sie ihrer Mutter vom Vorkommnis erzählte, schaute sich diese sofort die Videoaufnahmen vom betroffenen Tag an. «Ich fiel aus allen Wolken», so die Frau.

Auf den Aufnahmen war zu hören, wie eine mysteriöse Stimme aus dem Lautsprecher der Ring-Kamera sprach. Sie lockte das Mädchen mit Musik und versuchte, ihr Vertrauen zu gewinnen, indem sie sagte: «Ich bin dein bester Freund. Ich bin der Santa Claus!» Dann betrat der Vater den Raum und es wurde sofort wieder still.

Fehlende Sicherheitsvorkehrungen

«Ich weiß nicht, was die Hacker alles gesehen haben. Sie hätten den Mädchen beim Schlafen und beim Umziehen zusehen können», so die Mutter. Sie habe die Kameras sofort wieder entfernt und möchte sie nun in den Laden zurückbringen, wo sie sie am Black Friday gekauft hatte.

Der Hersteller versichert, dass es sich bei diesem Vorfall nicht um einen Fehler von Seiten des Unternehmens handle. Wenn Kunden dieselben Benutzernamen und Passwörter für den Ring-Account und für weitere Logins auf diversen Websites verwendeten, könne es gefährlich werden.

Dann könnten sich Hacker nämlich mit geklauten Daten von anderen Seiten ganz einfach in den Ring-Account einloggen. Die Mutter habe auch die 2-Faktor-Authentifizierung nicht eingeschaltet gehabt, was diesem Vorfall hätte vorbeugen können.

(L'essentiel/doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 13.12.2019 01:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genausou ass et!!! - Eischtens gelt, wei iwwerall, neirens datselwecht Passwuert ze verwenden!! Domat vermeidt een, dass, wann sain Facebook gehackt gett,(wat mei oft virkennt well keen eng 2FA agestallt huet), dass da keen mat deem Passwuert sech zwousch anescht kann unmellen. -Den Hirsteller huet jo seguer eng 2FaktorAutentifizeierung (2FA) ugebueden, dei net genotzt gouf... Domat stellt en secher, dass, wann dat Passwuert dann awer irjendwei bekannt ginn ass, dass en per SMS en Code kritt vir sech ze authentifizeieren. - An als Passwuert hellt en och net 123456 oder sain Gebuertsdag oder de Numm vun Hond oder sos eppes wat een dann nach op Facebook präisgett. Also klassesche Fall vun Leit, wou mat Technik net eens gin an e Feeler gemach hun...

  • jimbo am 12.12.2019 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wei emmer sin Leit net dozou fäheg dei Geräter anstänneg ze benotzen.

  • Niemand am 12.12.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kameras, sowas würde ich meinen Kinder niemals antun . . .

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 13.12.2019 01:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genausou ass et!!! - Eischtens gelt, wei iwwerall, neirens datselwecht Passwuert ze verwenden!! Domat vermeidt een, dass, wann sain Facebook gehackt gett,(wat mei oft virkennt well keen eng 2FA agestallt huet), dass da keen mat deem Passwuert sech zwousch anescht kann unmellen. -Den Hirsteller huet jo seguer eng 2FaktorAutentifizeierung (2FA) ugebueden, dei net genotzt gouf... Domat stellt en secher, dass, wann dat Passwuert dann awer irjendwei bekannt ginn ass, dass en per SMS en Code kritt vir sech ze authentifizeieren. - An als Passwuert hellt en och net 123456 oder sain Gebuertsdag oder de Numm vun Hond oder sos eppes wat een dann nach op Facebook präisgett. Also klassesche Fall vun Leit, wou mat Technik net eens gin an e Feeler gemach hun...

  • jimbo am 12.12.2019 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wei emmer sin Leit net dozou fäheg dei Geräter anstänneg ze benotzen.

  • Niemand am 12.12.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kameras, sowas würde ich meinen Kinder niemals antun . . .

  • Iris Gläser am 12.12.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach so, es ist also das Problem der Mutter, dass nach 4 Tagen schon einer die Kamera gehackt hat? Dann ist ja alles klar...

    • nope am 13.12.2019 07:43 Report Diesen Beitrag melden

      Es hat niemand die Kamera "gehackt". Es wurde sich einfach mit dem korrekten Benutzernamen und Passwort eingeloggt und ja, das ist höchstwahrscheinlich in diesem Fall auch Schuld der Mutter, weil es entweder an andere Stelle ebenfalls benutzt (und abgegriffen) wurde, oder weil es so einfach war, dass es erraten wurde.

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