Yves Rausch

15. Juli 2020 13:10; Akt: 15.07.2020 13:13 Print

Hinterließ der «Wald-​​Rambo» ein Manifest?

Der 31-Jährige Yves Rausch ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei prüft jeden Hinweis, auch ein zweiseitiges Schriftstück.

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Am Sonntag entwaffnete Yves Rausch in einer Gartensiedlung in Oppenau (D) vier Polizisten – und verschwand im Schwarzwald. Er hatte die Beamten mit einer Schusswaffe bedroht und anschließend ihre Dienstpistolen mitgenommen. Seitdem suchen hunderte Polizisten, Hundestaffeln und Einsatzkräfte mit Helikoptern nach dem 31-Jährigen. Von ihm fehlt jede Spur. Seine Anhänger feiern den Deutschen als den neuen Robin Hood: Der Einsiedler mit Pfeil und Bogen hat auf Facebook eine eigene Fan-Community.

Die Polizei prüft nun ein mögliches Manifest. Es sei nicht gesichert, dass der Text tatsächlich von dem Flüchtigen stamme, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger am Mittwoch. Es sei keine politische Richtung daraus abzuleiten, es handele sich um einen Hinweis unter vielen.

Der Text bestätige in erster Linie die Affinität des Verfassers zum Wald, sagte Hilger. Zuvor hatte die Bild- über das zweiseitige Manifest berichtet, in dem es um Kritik an der Technisierung des Lebens und das einfache Leben im Wald geht. Medienberichten zufolge war der Text in einem Lokal hinterlegt.

Vieles läuft im Hintergrund ab

Ein Profiler, der das Schriftstück für die Zeitung analysierte, meinte: «Es ähnelt dem Manifest des Unabombers (university and airline bomber, Anmerkung der Redaktion) Theodore Kaczynski sehr.» Rausch müsse diesen Fall oder die Netflix-Serie gekannt haben, so der Experte. Kaczynski hatte von 1978 und 1995 16 Briefbomben an amerikanische Unis und Fluggesellschaften verschickt. Drei Menschen kamen ums Leben, etliche wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Polizei setzte ihre Fahndung nach dem Flüchtigen auch am Mittwoch fort. Viele Maßnahmen liefen jetzt im Hintergrund ab, sagte Hilger. In Oppenau (Baden-Württemberg) seien Präventionsteams der Polizei unterwegs, um die Menschen zu beraten. Die Beamten kontrollierten weiterhin das Gebiet, in dem sich der Mann aufhalten könnte. Auch Spezialkräfte seien im Einsatz.

(L'essentiel/sda/dmo)

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