Schweizer See

31. Juli 2020 19:55; Akt: 31.07.2020 20:00 Print

Hunde baden im See, wenig später sind sie tot

Seit Mittwoch sind sechs Hunde nach einem Bad im Neuenburgersee in der Schweiz verstorben. Sie hatten sich durch Cyanobakterien im Wasser vergiftet.

storybild

Ein Teil des Neuburgersees in der Schweiz ist wegen hoher Cyanobakterien-Konzentration gesperrt. (31. August 2020) (Bild: picturedesk.com/Keystone/Peter Klaunzer)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Behörden im Kanton Neuenburg in der französischen Schweiz haben ein Badeverbot für einen Strandabschnitt des Neuenburgersees zwischen der Areuse-Mündung und Colombier verhängt. Zuvor waren sechs Hunde an den Folgen einer Vergiftung gestorben.

Der Grund waren vermutlich Cyanobakterien – im Volksmund Blaualgen –, wie die Neuenburger Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Die wissenschaftliche Analyse steht noch aus. Die Behörden raten vom Bad im ganzen Neuenburgersee ab.

Das Badeverbot gelte ab sofort. Die Neuenburger Polizei hat vorsichtshalber bereits am Donnerstagabend den betroffenen Strandabschnitt evakuiert. Auch wenn im Moment keine weiteren toten Tieren rund um den See entdeckt wurden, wird von einem Bad im kühlen Nass dennoch abgeraten.

Gefährliche Plage

Im Süßwasser wimmelt es normalerweise von Blaualgen. Sie kommen aber auch im Salzwasser vor, so gab es schon Algenplagen an verschiedenen Meeresstränden. Die Cyanobakterien stellen einen Mix aus verschiedenen Substanzen her, darunter auch giftige aus der Gruppe der Microcystine. Diese greifen die Leber an und schädigen sie.

Das massenhafte Auftreten der Cyanobakterien – die sogenannte Algenblüte – kann den Badespaß in stehenden Gewässern dadurch nachhaltig trüben. Die Bakterien bilden kugelige, gallertartige Kolonien, Teichpflaumen genannt. Das Phänomen gibt es regelmäßig bei steigenden Wassertemperaturen.

Gefahr bei Farbveränderung 

«Es besteht keine Gefahr, solange Cyanobakterien im See nicht in solchen Mengen vorhanden sind, dass man sie im Wasser sieht. Ist ein See rot oder grün verfärbt, sollte man allerdings nicht darin schwimmen»", warnt Thomas Posch, Wasserforscher an der Universität Zürich, in einem Interview – L'essentiel berichtete. 

Wenn Menschen in einem von Algenblüten betroffenen See baden oder das Wasser schlucken, können schon geringe Mengen an Microcystinen und anderen Giften zu Hautirritationen, Erbrechen oder Durchfall führen.

(L'essentiel/rcp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.