Unsportliche Abkürzung

30. November 2018 19:05; Akt: 30.11.2018 19:06 Print

Hunderte Chinesen mogeln beim Halbmarathon

Bei einem Rennen in Shenzen haben zahlreiche Läufer die Strecke abgekürzt – und wurden dabei von Überwachungskameras gefilmt.

Den Sportlern droht eine zweijährige Sperre. (Video: Shenzhen Traffic Police via Storyful)

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Marathonlaufen ist eine sportliche Höchstleistung, aber auch eine Frage von Charakterstärke. Wer sich die 42,195 Kilometer antun will, muss durchhalten können. Gleiches gilt schon bei einem Halbmarathon, für den selbst die weltbesten Läufer eine gute Stunde unterwegs sind.

Im chinesischen Shenzen war das unlängst aber einigen Läufern zu viel. Und die Verlockung zur Abkürzung zu groß: An einer Stelle der Marathonstrecke verliefen Hin- und Rückweg parallel, getrennt einzig durch einen 20 Meter breiten Waldstreifen.

237 Läufer ließen sich dadurch zum Schummeln verleiten. Dummerweise wurden sie dabei von Sicherheitskameras gefilmt und anschließend disqualifiziert. Dabei hatte ihnen die Schummelei bloß zwei der insgesamt 21 Kilometer erspart.

Lebenslange Sperren

Andere Teilnehmer des Halbmarathons waren da raffinierter: 18 Läufer hatten sich eine gefälschte Laufnummer angeheftet – wohl um die Startgebühren zu umgehen. Drei Läufer schließlich waren unter falschem Namen im Rennen. Ihnen drohen nun lebenslange Sperren.

Die Organisatoren zeigten sich sehr enttäuscht. Marathon sei nicht bloß eine Sportdisziplin, sondern auch eine Metapher für das Leben: «Jeder Läufer ist selber für sich verantwortlich.» Man dürfe dabei nie vergessen, aus welchem Grund man teilnehme.

In China erleben Marathons und Halbmarathons einen Boom: Noch 2011 gab es bloß 22 Rennen landesweit. Dieses Jahr fanden bereits 1100 Events statt. In Zukunft wollen die Organisatoren vermehrt auf technische Hilfsmittel zurückgreifen, um Schummeleien vorzubeugen: Gesichtserkennung und Ortungsgeräte sollen in Zukunft die Routen der einzelnen Läufer detailliert aufzeichnen.

(L'essentiel/mat)

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