Marine in Sorge

21. Juli 2020 16:45; Akt: 21.07.2020 16:45 Print

Hunderte Fischer drängen sich vor Galapagos-​​Inseln

Nach der Sichtung von 265 ausländischen Fischerei- und Frachtschiffen am Rand des weltgrößten Meeresschutzgebiets hat die ecuadorianische Marine ihrerseits Schiffe losgeschickt.

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Nicht nur die Galapagosinseln selbst, auch die Gewässer rundum gelten aufgrund ihrer Artenvielfalt als besonders schützenswert. Unter anderem weist die Region die größte Haidichte der Welt auf. Auch die gefährdeten Hammerhaie sind hier heimisch – zumindest noch.

Denn obwohl 99 Prozent der das Archipel umgebenden Gewässer unter strengem Naturschutz stehen und Fischerei verboten ist, werden die Tiere durch den Menschen bedroht. Aktuell von 265 vermutlich unter chinesischer Flagge fahrenden Fischerei-, Versorgungs- und Frachtschiffen, wie die ecuadorianische Marine vergangene Woche mitteilte.

Mehr Plastik, weniger Platz

Zwar halten diese sich – anders als in früheren Jahren – aktuell nicht im, sondern am Rand des Schutzgebietes auf und sind damit legal unterwegs, wie Norman Wray vom Galapagos Governing Council im Interview mit der BBC sagt. Problematisch sei ihre Anwesenheit aber dennoch, wie bereits der Blick auf die Strände der Galapagosinseln zeigt. So hat der aus China stammende Plastikmüll in der Region deutlich zugenommen (siehe Bildstrecke).

Doch das ist noch nicht alles: Die von nun gesichteten Schiffe halten sich allesamt in einer verhältnismäßig schmalen Passage zwischen dem Archipel und dem ecuadorianischen Festland auf – und damit in einem Bereich, den auch viele Meerestiere nutzen. «Als wir 1998 dieses Schutzgebiet schufen, kannten wir noch nicht das gesamte Ausmaß der Bewegung der Tiere, die wir zu schützen versuchen», erklärt Alex Hearn, Meeresforscher beim Wissenschaftsnetzwerk Migramar, gegenüber der BBC. Entsprechend kämen sich nun Mensch und Tier in die Quere – mit dramatischen Folgen. «In den letzten 20 Jahren wurde die Hammerhai-Population etwa halbiert.» Mittlerweile gelten Hammerhaie als vom Aussterben bedroht.

Gefährliche Langleinenfischerei

Beschleunigt wird dies laut Hearn auch durch die Fangmethoden der professionellen Hochseefischer: «Sie betreiben vor allem sogenannte Langleinenfischerei.» Dabei werden an einer aus Kunststoff gefertigten Hauptleine mit vielen Köderhaken versehene Nebenleinen ausgelegt. Die Langleinen können über 100 Kilometer lang und mit mehr als 20.000 Köderhaken bestückt sein. Und diese Leckerbissen wirken auch auch auf bedrohte Arten anziehend, welches ihre Zahl weiter dezimiert.

Ob auch die derzeit zwischen dem Archipel und dem Festland befindlichen industriellen Fangschiffe so vorgehen, ist noch unklar. Die ecuadorianische Marine hat aber bereits angekündigt, die 265 Schiffe umfassende Flotte im Auge zu behalten. Auch weil die Möglichkeit besteht, so Admiral Daniel Gines laut The San Diego Union-Tribune, «dass sie irgendwann in die Schutzzone eindringen werden». Um vorbereitet zu sein, habe man bereits Schiffe zur Patrouille in das Gebiet geschickt.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kaa am 21.07.2020 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann de Mensch dann daat leschten Déier ausgerott huet, de letschten Floss zougemüllt huet, an déi letschte Planz vergöft huet, erwescht hien en Virus, an dann ass hoffentlech Rou op dem Planet Erd. Ze domm fir eppes bäizeléieren...

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 21.07.2020 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann de Mensch dann daat leschten Déier ausgerott huet, de letschten Floss zougemüllt huet, an déi letschte Planz vergöft huet, erwescht hien en Virus, an dann ass hoffentlech Rou op dem Planet Erd. Ze domm fir eppes bäizeléieren...