Saudiaraberin in Thailand

07. Januar 2019 07:47; Akt: 07.01.2019 13:24 Print

Frau (18) wird nicht gegen ihren Willen ausgeliefert

Eine junge Frau aus Saudiarabien hat sich am Flughafen von Bangkok verbarrikadiert. Sie ist vor ihrer Familie geflohen.

Eine 18-Jährige aus Saudi-Arabien wird gegen ihren Willen am Flughafen festgehalten und soll in ihre Heimat zurückgeschickt werden. (Video: Tamedia/Reuters/AFP)

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Eine junge Frau wurde auf dem Flughafen von Bangkok an der Weiterreise nach Australien gehindert, wo sie nach eigenen Angaben aus Sorge um ihr persönliches Schicksal einen Asylantrag stellen wollte.

Mit ihrem Einspruch gegen ihre Ausweisung in ihr Heimatland Saudiaraben ist Rahaf Mohammed al-Kunun in Thailand gescheitert. Das teilte die Menschenrechtsanwältin Nadthasiri Bergman am Montag nach Einreichung einer entsprechenden einstweiligen Verfügung mit und kündigte zugleich an, die Ablehnung anzufechten. Die 18-jährige al-Kunun ist nach eigenen Angaben vor ihrer Familie geflüchtet und fürchtet bei einer Rückkehr nach Saudi-Arabien um ihr Leben.

Treffen mit UN-Flüchtlingshilfswerk

Wie thailändische Behörden mitteilten, werde sie jedoch nicht gegen ihren Willen ausgeliefert. «Wenn sie nicht ausreisen will, werden wir sie nicht zwingen», sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn, am Montag bei einer Pressekonferenz am Flughafen in Bangkok. Er kündigte zudem ein Treffen von Mitarbeitern des UN-Flüchtlingshilfswerks mit der jungen Frau an.

Die 18-jährige war nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) am Samstag auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt gelandet. Sie kam mit einer Maschine der Kuwait Airways aus Kuwait und wollte weiter nach Australien. Für die Einreise hatte sie ihren eigenen Angaben zufolge bereits ein Visum der australischen Behörden. Dann sei jedoch ihr Reisepass von einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft in Bangkok beschlagnahmt worden.

«Sie ist von zu Hause weggelaufen»

Die junge Frau will nach eigenen Angaben weg aus Saudi-Arabien, weil sie von männlichen Angehörigen ihrer eigenen Familie geschlagen wird. Angeblich wurde sie ein halbes Jahr lang in ihr Zimmer eingesperrt, weil sie sich die Haare geschnitten hatte. Zudem soll sie mit dem Tod bedroht worden sein. Während eines Aufenthalts mit der Familie in Kuwait sei ihr die Flucht gelungen. Über ihr Schicksal berichtete sie in mehreren Einträgen im Kurznachrichtendienst Twitter. «Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass sie mich töten werden, sobald ich ein saudisches Gefängnis verlasse», sagte sie der AFP.

HRW forderte die Behörden auf, die 18-Jährige nach Australien weiterreisen zu lassen oder ihr in Thailand Flüchtlingsstatus zu gewähren. Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde sagte der DPA jedoch, Al-Kunun habe kein Rückflug-Ticket und auch kein Geld. Deshalb solle sie nach Kuwait zurück. «Die saudische Botschaft hat uns gesagt, dass sie von zu Hause weggelaufen ist.» Die saudische Botschaft ließ offen, ob sie den Pass eingezogen hat.

Am Montagvormittag (Ortszeit) befand sich die Frau in einem Flughafenhotel. Sie bat auch die deutsche Botschaft in Bangkok um Hilfe. Der deutsche Botschafter Georg Schmidt erklärte dazu auf Twitter: «Wir teilen die große Sorge um Rahaf Mohammed.» Man stehe darum auch in Verbindung mit den thailändischen Behörden.

(L'essentiel/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heini am 07.01.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    in Saudi Arabien ist der Wert einer Frau ungefähr mit einem Esel oder Schaaf gleich zu stellen,schon traurig wie dort ein Leben verläuft.Und alle Länder wissen das.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heini am 07.01.2019 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    in Saudi Arabien ist der Wert einer Frau ungefähr mit einem Esel oder Schaaf gleich zu stellen,schon traurig wie dort ein Leben verläuft.Und alle Länder wissen das.