Österreich

06. August 2021 07:17; Akt: 06.08.2021 17:39 Print

Retter trägt Junge sechs Stunden vom Berg hinunter

Der Vater (32) und der Onkel (23) des Kindes hatten sich in den Bergen verirrt. Weil das Wetter so schlecht war, mussten die Retter selbst ran.

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Drei Personen sind am Mittwoch in Oberösterreich aus einer brenzligen Lage gerettet worden. Die zwei erwachsenen Brüder (32, 23) aus Deutschland waren mit dem dreijährigen Sohn des älteren der beiden Männer am Tag zuvor zu einer Wanderung im Gebiet rund um den 1450 Meter hohen Berg Feuerkogel aufgebrochen. Am Mittwoch wollten sie zur Bergstation absteigen, als sie die falsche Abzweigung nahmen und die Orientierung verloren.

Gegen 12.30 Uhr setzte einer der beiden Brüder einen Notruf ab. Zu diesem Zeitpunkt herrschten aber widrige Wetterbedingungen mit starkem Nebel und Regen, was einen Start des Rettungshelikopters verunmöglichte. Ein Team rund um den Bergretter Martin Loitlesberger machte sich daraufhin auf den Weg. «Nach rund zwei Stunden Suche haben wir sie gefunden» erklärte der 47-jährige Bergretter gegenüber «heute.at». Laut Loitlesberger hatten die Deutschen Glück gehabt, denn sie befanden sich in steilem Gelände: «An der Stelle, an der wir sie gefunden haben, ging es nur knapp daneben Hunderte Meter hinab. Sie waren zudem nicht gut ausgerüstet. Einer der beiden hatte Laufschuhe an.»

Sechsstündiger Abstieg in gefährlichem Gelände

Was die Rettungsaktion zudem erschwerte: Der 32-jährige Vater ist gehörlos. Sein Bruder trägt ebenfalls zwei Hörgeräte. Weil die Kommunikationsschwierigkeiten ein Abseilen des Kindes unmöglich machten, entschied sich Loitlesberger, den Jungen zu tragen. «Der Junge war sehr tapfer. Er hat zwar zwischenzeitlich immer wieder mal nach der Mama gefragt und geweint. Aber ich habe ihn bei Laune gehalten. Zum Glück hat er durch den starken Nebel auch nicht ganz nach unten gesehen.»

Die Truppe brauchte für den Abstieg rund sechs Stunden. «Wir mussten uns stellenweise immer wieder 20 bis 30 Meter über teils senkrechte Felswände abseilen. Zwischenzeitlich hofften wir immer wieder, doch noch vom Helikopter geborgen zu werden. Doch das Wetter wurde leider immer schlechter. Gegen 21 Uhr kam die Rettungsmannschaft dann im Tal an. Von der letzten halben Stunde hat der Junge übrigens gar nichts mitbekommen. «Die letzte halbe Stunde hat er gut geschlafen», sagt Loitlesberger. Die zwei Männer reisten noch am selben Abend wieder aus dem Gebiet ab.

(L'essentiel/Patrick McEvily)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • realdusninja am 06.08.2021 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manchmal kann man sich nur wundern. Ich hoffe sie bekommen für den Leichtsinn eine gesalzene Rechnung. Das ist m.E. sogar Kindeswohlgefährdung

  • jimbo am 06.08.2021 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei missten virun Geriicht geholl ginn!

  • Eliane S am 06.08.2021 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann über solchen Leichtsinn oder Idiotie nur staunen. Wie egoistisch und Leichtsinnig muss man denn sein. Ich hoffe, dass die Rechnung sehr gesalzen sein wird! Shame on you!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Iwwerleeën am 08.08.2021 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Un déi clever Kommentateuren. Een deen sech veriert mecht dat secher net absichtlech. Doheem an der Stuff passéiert dat kaum.

  • Eliane S am 06.08.2021 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann über solchen Leichtsinn oder Idiotie nur staunen. Wie egoistisch und Leichtsinnig muss man denn sein. Ich hoffe, dass die Rechnung sehr gesalzen sein wird! Shame on you!

  • Nachname am 06.08.2021 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    les gens sont vraiment cons des fois... et le pire c'est qu'ils s'étonnent de l'issue de leur connerie...

  • realdusninja am 06.08.2021 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manchmal kann man sich nur wundern. Ich hoffe sie bekommen für den Leichtsinn eine gesalzene Rechnung. Das ist m.E. sogar Kindeswohlgefährdung

  • jimbo am 06.08.2021 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dei missten virun Geriicht geholl ginn!