Tendenz steigend

25. März 2019 09:44; Akt: 25.03.2019 09:50 Print

Immer mehr Kinder outen sich als transgender

Bereits Kinder im Grundschulalter zeigen Anzeichen von Geschlechtsdysphorie. Die Erklärungen für die steigenden Zahlen sind unterschiedlich.

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Immer jüngere Kinder werden heutzutage als transgender diagnostiziert. So beispielsweise die 5-jährige Luana aus Argentinien, die eigentlich als Luca zur Welt kam. Sie wurde in einem Dokumentarfilm über Transgender-Kinder vorgestellt.

Heutzutage wird bei Kindern häufiger eine solche Geschlechtsdysphorie diagnostiziert als noch vor fünf Jahren, wie die «Schweiz am Wochenende» schreibt. Genaue Zahlen zu nennen ist unmöglich, die Tendenz ist aber steigend. Außerdem sind die Kinder heutzutage jünger, als noch in der Vergangenheit. Oft suchen bereits Eltern von Grundschülern Ärzte auf. Manchmal sind die Kinder gar noch im Kindergartenalter.

Jährlich bis zu hundert Fälle

Transgender zu sein, bedeutet aber nicht, als Junge mit Puppen spielen zu wollen oder als Mädchen keine Röcke zu tragen. Geschlechtsdysphorie zeigt sich darin, dass sich eine Person vollkommen zum anderen Geschlecht zugehörig fühlt und das bei Geburt gegebene Geschlecht ablehnt. Ein entscheidender Faktor dabei, zu entscheiden, ob ein Kind transgender ist oder nicht, ist auch der empfundene Leidensdruck. So kommt es beispielsweise vor, dass Jungen fragen, ob «das da unten» denn irgendwann abfalle oder Mädchen sich vollkommen weigern, lange Haare zu tragen.

Die Tatsache, dass sich immer mehr Transgender-Kinder und Jugendliche melden, bedeute allerdings nicht, dass es immer mehr Transgender-Junge gebe, sagt Dagmar Pauli, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik zu der Schweiz am Wochenende. Viel eher sei davon auszugehen, dass sich die Jugendlichen heutzutage eher trauten, über diese Gefühle zu sprechen. Vor zehn Jahren habe es beispielsweise noch gar keine Anlaufstellen gegeben und es haben sich nur drei bis fünf junge Menschen jährlich bei Pauli gemeldet. Heute seien es rund hundert.

«Wir haben es mit einem Zeitgeistphänomen zu tun»

Alexander Korte, Oberarzt am Klinikum der Universität München, sieht den Grund allerdings woanders. In einem Interview mit dem Spiegel sagte er: «Wir haben es hier offensichtlich mit einem Zeitgeistphänomen zu tun.» Das Thema sei im Trend, daher sei die Zahl an Anfragen heute fünfmal so hoch wie noch 2013. Er glaubt an den Nachahmungseffekt. Ihn haben nämlich drei Mädchen und ein Junge aufgesucht, die alle im selben Alter seien und aus demselben Ort stammen. «Das widerspricht jeder statistischen Wahrscheinlichkeit», sagt er.

Dass die Anfragen so stark gestiegen sind, trifft zu. In den USA fühlen sich laut einer Studie 150.000 Teenager im falschen Körper geboren. In Großbritannien sind es jährlich 2500, während es im Jahr 2010 noch 97 waren.

Hoher Leidensdruck

Dieser Anstieg in Fällen hat unter anderem dazu geführt, dass Transgender-Menschen nicht mehr als psychisch krank angesehen werden. Der Leidensdruck kann aber dennoch sehr hoch sein. Rund 70 Prozent aller Transgender-Jugendlichen leiden an Depressionen, Suizidalität und Selbstverletzung. Dies ist auch der Grund, weshalb Pauli nicht daran glaubt, dass sich die Jungen wegen eines bloßen Trends diesem Leiden aussetzen.

Falls die Transidentität bei Teenagern über längere Zeit stabil bleibe und andauere, solle man pubertätshemmende oder geschlechtsangleichende Maßnahmen ergreifen, sagt sie. Bei Kindern sei dies allerdings noch nicht nötig. Wichtig sei es, dass ein Kind viel Freiraum habe und keine Kategorien, die sein Geschlecht definieren.

(L'essentiel/doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jerry am 25.03.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, dass kommt wohl dabei raus wenn Kinder nicht von Eltern sondern vom Lehrpersonnal indoktriniert werden von Kindertagesstätten auf an! Das ist gewollt & keine Verschwöhrung.

  • Moriarty am 26.03.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    "...weshalb Pauli nicht daran glaubt, dass sich die Jungen wegen eines bloßen Trends diesem Leiden aussetzen." Nee, klar... Deshalb wollten verschiedene Menschen sich auch mit HIV infizieren lassen, als dieses Wort in den 90ger Jahre in allen Munde war... Lieber Herr Pauli, Menschen tun absurde Sachen, das ist so...dafür gibt es auch keine Erklärung, aber sie tun es.

  • gendefekt an unfruchtbar am 27.03.2019 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    et ass schon lang gewosst, dat Weichmacher wéih Hormonen (Östrogen) wirken a bei Embrionen kënnen op d'Entwëcklung vum Geschlecht wirken...awer néicht gëtt dogéint gemach fir dat ze verhënneren, sou wéih de Gentechdreck, well profitabel fir d'Wirtschaftsverseucher ... elo gëtt op emol doriwer gestaunt, dat mir ons Kanner transgender gemach hun an domat och onfruchtbar mat der ganzer Chimie, déih mir joërzëngtelang an d'Ëmwelt freisetzen, obwuël mir d'Konsequenzen schon un de klengen Déieren, wéih z.B. Fräschen konnten feststellen ... awer de Geldprofit ass méih wichtëg wéih gesond Mënschen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • gendefekt an unfruchtbar am 27.03.2019 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    et ass schon lang gewosst, dat Weichmacher wéih Hormonen (Östrogen) wirken a bei Embrionen kënnen op d'Entwëcklung vum Geschlecht wirken...awer néicht gëtt dogéint gemach fir dat ze verhënneren, sou wéih de Gentechdreck, well profitabel fir d'Wirtschaftsverseucher ... elo gëtt op emol doriwer gestaunt, dat mir ons Kanner transgender gemach hun an domat och onfruchtbar mat der ganzer Chimie, déih mir joërzëngtelang an d'Ëmwelt freisetzen, obwuël mir d'Konsequenzen schon un de klengen Déieren, wéih z.B. Fräschen konnten feststellen ... awer de Geldprofit ass méih wichtëg wéih gesond Mënschen!

  • Moriarty am 26.03.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    "...weshalb Pauli nicht daran glaubt, dass sich die Jungen wegen eines bloßen Trends diesem Leiden aussetzen." Nee, klar... Deshalb wollten verschiedene Menschen sich auch mit HIV infizieren lassen, als dieses Wort in den 90ger Jahre in allen Munde war... Lieber Herr Pauli, Menschen tun absurde Sachen, das ist so...dafür gibt es auch keine Erklärung, aber sie tun es.

  • Jerry am 25.03.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, dass kommt wohl dabei raus wenn Kinder nicht von Eltern sondern vom Lehrpersonnal indoktriniert werden von Kindertagesstätten auf an! Das ist gewollt & keine Verschwöhrung.

  • Nico am 25.03.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    dir huet dach eng mat der Ratsch. haalt op d' Kanner mat deem Schäiss ze konfrontéieren. Daat ass onnatierlech. deen dreck geheiert net an d'Schoulen. emmer méi kanner. sou en idioteschen Artikel sollt verbueden an mat Prison bestrooft gin.

    • Dusninja am 25.03.2019 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      Klar, die katholische Kirche hält auch Homosexualität immer noch für unnatürlich. Dabei ist diese auch in der Natur gegeben. Es gibt genug Beweise dafür. Aber nach die Moral ist (homosexuelle, da meistens an Knaben) Kinderschändung absolut in Ordnung. Wenn sie von den richtigen Menschen begangen wird. Wie gut, dass das kein Dreck ist. Super Doppelmoral.

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